Interview • 01.04.2012

Für akzentuiertes Licht sind LED-Leuchten ideal

iXtenso-Interview mit Christof Volmer, Mitglied der Geschäftsleitung von Bäro

Anfang 2011 kam Christof Volmer als Marketing-Leiter zu Bäro, im Juli 2011...
Anfang 2011 kam Christof Volmer als Marketing-Leiter zu Bäro, im Juli 2011 wurde er zudem in die Geschäftsleitung berufen. © Bäro GmbH & Co. KG

Nach 18 Jahren bei Erco kam Christof Volmer 2011 zu Bäro nach Leichlingen ins Rheinland. Der 46-jährige Wahl-Bonner ist verantwortlich fürs Marketing. Seit 40 Jahren im Handel aktiv, kündigt Bäro zur light+building einige Neuheiten bei LED-Leuchten an, doch nach wie vor werden auch Entladungslampen entwickelt. Wie stark ist LED im Handel auf dem Vormarsch? Welche Lichtfarben sind inzwischen möglich? Und was tut sich bei der Steuerungstechnik? Diese und weitere Fragen beantwortet Christof Volmer im iXtenso-Interview.

Wie stark ist die Nachfrage nach LEDs im Handel? Welche alten Leuchten werden vor allem durch LED ersetzt?

Soweit wir es beurteilen können ist die Nachfrage nach LED sehr groß und wird ohne Frage noch weiter zunehmen. Insbesondere Niedervolt- und Hochvolthalogenlampen werden bereits heute in weiten Teilen durch LED-Lösungen substituiert. Kompaktleuchtstofflampen sind aus unserer Sicht die nächsten Lichtquellen, die sich auf breiter Front durch LED ersetzen lassen. Bei Entladungslampen, wie sie im Retail Standard sind, wird die Entwicklung zumindest mittelfristig zweigleisig bleiben. Moderne Entladungslampen sind schon extrem effizient und gerade bei hohen Lichtströmen muss die LED in der Praxis noch zurückstehen.

LED oder T5-Leuchten – beide sparen Strom und geben wenig Wärme ab. Was spricht für welche Leuchte?

Bezüglich ihrer Effizienz sind beide Lichtquellen ohne Frage als sehr gut einzustufen. In puncto Lichtwirkung steht hier eine Frage im Vordergrund, die ich mir als Lichtplaner immer stellen muss, wenn ich punktförmige und lineare Lichtquellen vergleiche: Was will ich erreichen? Eine gleichförmige, homogene Ausleuchtung, wie ich sie durch eine T5-Lampe bekomme oder ein stärker akzentuiertes Licht, wie es eine LED erzeugt. Aus praktischer Sicht spricht heute sicher noch die einfache Handhabung für die Leuchtstoffröhre, wohingegen die LED durch Kompaktheit und Lebensdauer punkten kann.

Es gibt LED-Leuchten mit aktiver und passiver Kühlung. Was unterscheidet sie und was lohnt sich für welchen Einsatz?

LED reagieren sehr empfindlich auf Wärme und erreichen bei niedrigen Temperaturen ihr Leistungsmaximum. Ein optimiertes Thermo-Management ist daher Grundlage einer jeden guten LED-Leuchte. Neben der passiven Kühlung durch Kühlflächen gibt es noch die Möglichkeit, den Kühleffekt durch einen Lüfter aktiv zu unterstützen, wenn die passive Wärmeableitung an ihre physikalischen Grenzen stößt. Eigentlich verhält es sich hier wie bei Computern. Ein guter Laptop für Office-Anwendungen kommt mit einem Kühlkörper auf dem Prozessor aus, doch für maximale Performance muss es dann doch der Desktop-Rechner mit leistungsstarken Lüftern sein.

Was muss man bei der Wahl des richtigen Reflektors beachten? Welche unterschiedlichen Reflektoren gibt es auf dem Markt?

Bei der Auswahl des Reflektors muss man zwei Dinge bewerten: Die Reflektorform und das Reflektormaterial. Die Form leitet sich unmittelbar aus der Beleuchtungsaufgabe ab. Es gibt zum Beispiel runde Spot-Reflektoren für eine punktuelle Beleuchtung, Wallwasher zur Wandbeleuchtung oder auch Sonderlösungen wie unseren BatWing-Reflektor, um zweiseitig Regalreihen auszuleuchten. Unsere OvalBasic-Reflektoren mit ihrem ovalen Lichtbild sind ideal für die Beleuchtung von Theken oder langgezogener Warenpräsentationen.

Beim Reflektormaterial gibt es sehr große Qualitätsunterschiede. Selbst geringfügig schlechtere Reflexionsgrade können sich deutlich auf die Systemleistung auswirken. Wir nutzen zum Beispiel für den Großteil unserer selbst entwickelten Reflektoren MIRO-Material, das über die derzeit höchsten Reflexionsgrade verfügt.

Welche Lichtfarben sind bei LEDs inzwischen möglich?

Grundsätzlich sind mittlerweile fast alle Lichtfarben – angegeben in Kelvin (K) – erhältlich. Von sehr warmen Weißtönen um 2.500 K bis hin zu sehr kühlem Weiß mit 6.000 K. Gängig im Markt sind die Lichtfarben 2.500 / 2.700 K, 3.000 K und 4.000 K. Dabei ist zu beachten, dass LED mit kühlerer Lichtfarbe in der Regel effizienter sind als warmweiße LED. Dafür ist die Farbwiedergabe bei warmweißen LED oftmals ein wenig besser. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall die LED in Funktion zu begutachten, da die Lichtfarbe den Gesamtcharakter einer Lichtquelle nur unzureichend beschreiben kann. Ganz davon abgesehen, dass jeder Mensch Licht anders wahrnimmt und andere Vorlieben hat.

Welche Technik empfehlen Sie zur Lichtsteuerung?

Weit verbreitet sind DMX und DALI. DMX kommt ursprünglich aus der Bühnen- und DALI aus der Gebäudetechnik. DMX ist ein sehr flexibles System, das sich sehr gut für komplexe Lichtszenarien mit enorm vielen Leuchten und schnellen Wechseln eignet. Allerdings ist hier für Programmierung und Steuerung der Profi gefragt. DALI eignet sich dagegen gut für fest definierte Lichtszenarien. Die eigentliche Steuerung wird zwar in der Regel auch von einem Fachmann programmiert, doch wenn sie einmal eingerichtet ist, kann der Anwender Lichtszenen leicht selbst entwerfen und sie auf Knopfdruck abrufen. Beide Steuerungen haben also ihre spezifischen Stärken und jeder Hersteller verfolgt seine eigene Philosophie. Wir bieten unsere neuen LED-Leuchten jetzt auf Wunsch mit DALI-fähigen Treibern an.

Was sind Ihre Neuheiten auf der light+building?

Unsere Messeneuheit ist die Ontero EC Familie. Wir haben diese Leuchte zusammen mit dem Münchner Designer Jens Pattberg und seinem Team von brains4design entwickelt. Entstanden ist eine Leuchte mit klarer Formgebung und fließenden Übergängen von runden zu eckigen Elementen. Der Leuchtenkopf der Ontero EC wurde speziell für die Anforderungen von LED-Lichtquellen konstruiert. Durch integrierte Kühlrippen erreichen wir ein exzellentes Thermo-Management und können so optimale Betriebsbedingungen für die eingesetzten Lichtquellen gewährleisten. Als Ontero EC 126 bieten wir die Leuchte mit passiver Kühlung und als EC 125 für höhere Lichtströme auch mit aktiver Kühlung an. Die Modellnummer 130 rundet die Leuchtenserie darüber hinaus durch eine Version für Entladungslampen ab.

Auf der Messe präsentieren Sie auch die Zwischenergebnisse einer LED-Studie. Was ergibt sich daraus für den Handel?

Die Studie nennt sich „Hocheffiziente LED – Beleuchtungssysteme auf Basis von hochintegrierten Freiformreflektoren und neuartigen, mikrostrukturierten Reflektormaterialien“ und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Wir arbeiten an diesem Projekt zusammen mit den Herstellern Alando, Alux-Luxar und dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT). Innerhalb dieses Vorhabens forschen wir mit der Fachhochschule Südwestfalen an der Entwicklung einer LED-Leuchte, welche die Art der zu beleuchtenden Ware selbstständig erkennt und ein entsprechendes Lichtspektrum zur Verfügung stellt. In der Praxis wäre es dadurch möglich, dass die Leuchten nach einem Sortimentswechsel nicht mehr ausgetauscht oder umgehängt werden müssten. Bei der langen Lebensdauer von LED ein durchaus realistisches Szenario.


Interview: René Schellbach, iXtenso.com

01.04.2012

 

 

 

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