Ein Interview mit Ramona Swhajor und Alexandra ("Alexis") Tsingeni über das Community-Konzept der Retail-WG, das die Branche vernetzt und den Austausch neu erfindet.
Das Konzept: mehr als nur Netzwerken
Erzählt mal, was steckt hinter der Retail-WG?
Ramona: Hinter der Retail-WG steckt ein innovatives Community-Konzept, das mit einem zentralen Problem aufräumt: Im Handel findet derzeit viel zu wenig Kollaboration statt. In Zeiten großer Veränderung brauchen wir genau diese, um gemeinsam Trendthemen zu erschließen.
Wir schaffen einen Begegnungsort für Menschen im Handel, Innovatoren, Andersdenkende, Veränderungstreiber und Pioniere. Und dieser Ort funktioniert ganz bewusst anders als klassische Business-Events. Man trifft sich in der WG-Küche oder im Wohnzimmer und redet ganz informell über Themen, die einen im Business bewegen. Man lernt gemeinsam. Und das Wichtigste: Wir brechen ganz bewusst mit klassischen Rollen und schaffen einen Safe Space, in dem sich Menschen wirklich austauschen können – ohne Druck, ohne Hierarchie, ohne die typische Business-Maske. Das ist das Besondere an diesem Konzept.
Kuratierung statt Open Access: die Idee
Wie funktioniert das praktisch?
Alexis: Wir sind bewusst ein Closed-Format – das heißt, es gibt eine Gästeliste. Du kommst nur auf Einladung in die Retail-WG. Das bedeutet, dass wir sehr kuratiert überlegen: Wer passt in diese Gruppe? Wer bringt den Spirit mit? Und einmal da gewesen, darfst du eigentlich immer wieder kommen – wenn du dein Glas in die Spülmaschine geräumt und nicht nur in die Spüle gestellt hast. (lacht) Meist kommen 15 bis 40 Personen zusammen.
Wir sind fokussiert auf Innovatoren für Innovation. Das heißt praktisch: Neben Händlern und Brands laden wir auch Start-ups ein, weil sie den Spirit mitbringen und wir ihnen eine exklusive Chance geben wollen, mit etablierten Firmen und Innovatoren in Kontakt zu kommen. Das schafft für beide Seiten enormen Mehrwert.

Drei Formate, ein Gedanke
Ihr habt mittlerweile verschiedene Formate, in denen ihr zusammenkommt. Wie sehen diese aus?
Ramona: Die Retail-WG existiert in drei verschiedenen Ausprägungen. Erstens: die Original-WG in einem Co-Working-Space in Köln. Das ist unser Headquarter für regelmäßige Treffen.
Alexis: Zweitens: die mobile WG, mit der wir zu Branchen-Events gehen – wir bringen Quadratmeter-Raum mit – mit Couches, mit Lichtern, mit Interaktionselementen – und schaffen eine Community-Fläche, wo informeller Austausch passiert.
Und drittens haben wir noch ein Format, mit dem wir direkt zu Brands gehen. Wir waren bei REWE Digital, bei Zappes in Köln – Brands hosten und erzählen ihre Stories. Dazu gibt es Networking-Impulse, Pizza, Snacks und kalte Getränke. Der Fokus liegt immer auf der menschlichen Verbindung und dem echten Austausch.
Die Geburtsstunde einer Idee: 10 Jahre Handel und eine Erkenntnis
Wie ist euch die Idee überhaupt gekommen?
Ramona: Ich bin seit 10 Jahren im Handel tätig und genau diesen Begegnungsraum habe ich immer gesucht und nicht gefunden. Gleichzeitig ist klar: In unserem Innovationsbereich sind wir darauf angewiesen, große Trendthemen gemeinsam zu bewältigen.
Die gute Nachricht ist: Die Branche verändert sich radikal, und die Offenheit dafür ist deutlich größer geworden. Also habe ich mir gesagt: Warum nicht einen Raum schaffen, in dem sich Menschen austauschen können – aber auch mit gemeinsamen Community-Werten, sodass sie sich wirklich zugehörig fühlen?

Das ist mittlerweile das Spannende: Die Menschen identifizieren sich mit dieser Community und zeigen dies gern nach außen. Das ist für mich das Beste, was man mit einer Community erreichen kann – dass sie nicht nur ein formeller Rahmen ist, sondern dass Menschen sich wirklich darin wiederfinden.
Alexis, was hat dich überzeugt?
Alexis: Ich war bei der ersten WG als Gast dabei.
Und mich hat das ganze Konzept unglaublich angesteckt. Ich kenne aus meiner Start-up-Zeit das Problem genau: Wie kommst du mit Menschen ins Gespräch? Warum sollen sie mit dir reden? Warum sollen sie ihre Erfahrungen teilen?
Die Antwort ist: Weil Business ist so viel weniger technisch und so viel mehr menschlich. Und die Retail-WG bringt genau das an einen Tisch.
Ich habe das gespürt und als Ramona mich gefragt hat, ob ich einsteigen möchte, war mir sofort klar: Als Retail-Reporterin, als Person im Handel – das ist wundervoll. Das wollte ich mitgestalten.
Ein Satz zur Zukunft der Retail WG. Was habt ihr vor?
Ramona: Wir möchten dieses Herzensprojekt weiter nach vorne bringen. Zeitgleich bleiben wir dem ursprünglichem Format treu und schaffen weiterhin einen Rahmen für unsere Community!
Alexis: Das nächste Highlight ist die Retail WG auf der EuroShop in Halle 7/ D42. Hier wird es neben Innovationsbreakfasts zu speziellen Themen auch Retail o-Tones Podcastaufnahmen geben. Kommt vorbei! Wir freuen uns auf euch.









