E-Mail-Marketing • 31.07.2018

Wie die Landingpage ins Kundenpostfach kommt

6 Praxistipps zur Umstellung auf interaktive Mails

Briefkästen in Wüste; Copyright: panthermedia/netduha127...

Bei einer Masse an Werbemails in der Kunden-Inbox haben es Marketer immer schwerer, mit Newslettern zu ihren Zielgruppen durchzudringen. User öffnen ihre Mails zumeist auf dem Smartphone und entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sie eine Nachricht lesen oder sofort in den Papierkorb befördern. Wer als Händler nicht auffällt, wird gelöscht. Die Zukunft des E-Mail-Marketings gehört deshalb der interaktiven Mail: Mit ihr stechen Marketer hervor, umgehen lästige Ladezeiten von Webseiten und steigern die Conversion-Rate. Wie Unternehmen die Umstellung auf dieses neue Format meistern, erklärt die Löwenstark Online Marketing GmbH.

Jeder unnötige Klick im Online-Marketing kann der Customer Journey ein abruptes Ende bereiten: Ein Link im E-Mail-Newsletter eines Marketers zur Händler- oder Produktseite ist für viele User ein Schritt zu viel – sie springen ab. Eine Lösung bietet die interaktive E-Mail: Sie holt Elemente von Landingpages direkt ins Postfach, mit denen Kunden interagieren können – ohne die Inbox zu verlassen. Damit entfällt ein Handlungsschritt, weshalb Interaktionsrate und Conversion signifikant steigen. Interaktive Mails bieten Spaß und heben sich von herkömmlichen Newslettern ab. Sie bleiben im Gedächtnis der Kunden haften und haben einen Branding-Effekt zur Folge.

Vor allem um Bestandskunden zu binden und wiederkehrende Käufe zu generieren, ist E-Mail-Marketing nach wie vor eine effiziente Werbemethode. Es lohnt sich also, das bereits in die Jahre gekommene Format aufzupolieren. Weil Google die interaktive Mail zukünftig noch stärker unterstützt, wird sie bald Standard sein. Daher sollten sich Händler heute schon an die Umsetzung machen. Praxistipps dazu liefert Löwenstark:

1. Praxistipp: Bewegung und Visualität in den Newsletter bringen

Altbekanntes – in ungewohntem Kontext: Interaktive Elemente sind nicht grundsätzlich neu. Nun gilt es aber, Formate von Webseiten kompakt in eine Mail zu integrieren, sodass sie auch mobil gut dargestellt werden können. In Slide-Shows oder Bilder-Karussells etwa können User eine große Menge an Fotos nacheinander abrufen – ohne dass Nutzer lange scrollen müssen. Auch auffaltbare Akkordeonmenüs mit Produktzusatzinformationen halten das Mailing kurz und übersichtlich. Spielerische Elemente lockern eine Mail auf: So kann der User etwa bei der Darstellung eines Rubbelloses durch Wischen auf dem Handy einen Gutscheincode freilegen.

Auch die Einbindung von Videos in eine Mail ist problemlos möglich. Der Vorteil gegenüber einem YouTube-Link: User bleiben in der Mail und gehen nicht in der Masse an Videos auf der YouTube-Seite verloren. Auch Produktkonfiguratoren lassen sich in Mails packen, mit denen Kunden ihr eigenes Produkt nach Farbe, Material und Größe wählen. 

Ebenso kann Social Media, etwa ein Life-Twitter-Feed, in eine Mail integriert werden. Öffnet der User die Nachricht zu einem späteren Zeitpunkt erneut, werden neue Tweeds zum Hashtag angezeigt. Der Inhalt der Mail veraltet also nicht mehr! „Grundsätzlich steigert eine interaktive Mail das Engagement der User, weil die enthaltenen Elemente Neugier heraufbeschwören“, erklärt Marian Wurm, Geschäftsführer von Löwenstark. „Gerade die Tatsache, dass sich bisher nur wenige Marketer an dieses Format herantrauen, bietet Händlern die Chance, mit der neuen Werbemethode aufzufallen.“

2. Praxistipp: Den Conversion-Abschluss in die Mail verlagern

Was früher nur Landingpages oder Webseiten konnten, kann heute auch die Mail: nämlich Kunden bis zum letzten Schritt der Conversion – etwa eine verbindliche Anmeldung oder einen Kaufabschluss – zu begleiten. So lassen sich in Newsletter Anmeldeformulare, zum Beispiel für Events, oder auch Umfragen für Kundenfeedback integrieren – und dies mit zusätzlichem Komfort: User können nämlich die nachgefragten Daten direkt innerhalb der Mail eintragen. Danach fehlt nur noch ein Klick – und mit dem Absenden des Formulars ist die Anmeldung erfolgt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass User auch tatsächlich an einem Event oder an einer Umfrage teilnehmen. Bequem für Nutzer ist auch, dass sie Vor- und Nachname bereits vorausgefüllt im Formular innerhalb der Mail vorfinden. 

In einer interaktiven Mail kann Kunden sogar ein Warenkorb zur Bestellung eines oder mehrerer Produkte bereitgestellt werden. Damit sinkt die Hürde beim Kaufabschluss, weil der Klickaufwand reduziert ist. Zur Bezahlung allerdings müssen User nach wie vor über einen Link auf eine spezielle Webseite wechseln. 

3. Praxistipp: User langsam an das neue Format heranführen 

Weniger ist oftmals mehr – auch wenn es bei der Gestaltung interaktiver Mails unbegrenzte Möglichkeiten gibt. „User sollten nicht mit zu vielen Elementen gleichzeitig überhäuft werden“, erklärt Wurm. „Gerade in der Phase des Übergangs zur interaktiven Mail sollten sich Marketer fokussieren und genau überlegen, welches Mittel zu ihren Zielen passt.“ Zwar müssen sich User nicht an komplett neue Elemente gewöhnen, weil sie diese bereits von Webseiten her kennen.

Doch ist es derzeit für Kunden noch ungewohnt, solche interaktiven Formen plötzlich in einer E-Mail vorzufinden. „Kunden müssen erst noch lernen, dass man nun innerhalb einer Mail interagieren kann,“ so Wurm. Wenn Elemente nicht selbsterklärend sind, helfen daher auch kleine Handlungsanweisungen – etwa bei einem Rubbellos: „Hier mit der Maus oder dem Finger wischen“. Händler können Kunden aus dem Stammverteiler, den sie in einer gewissen Frequenz mit ihrem Newsletter beschicken, langsam an das neue Format gewöhnen, indem sie jedes Mal neue und umfangreichere Elemente hinzufügen. 

4. Praxistipp: A/B-Splittests durchführen

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Marketer, die zum ersten Mal eine interaktive E-Mail einsetzen, können A/B-Splittests durchführen um den Key Performance Indicator (KPI) zu bestimmen: Klickrate und Conversion. Wie funktioniert das? Händler teilen ihre Zielgruppe und beschicken lediglich die eine Hälfte mit interaktiven Elementen, während der andere Teil der Kunden eine alternative, herkömmliche Mail erhält. Stellt ein Marketer fest, dass sich die Leistungskennzahl beider Gruppen kaum unterscheidet, haben sich die interaktiven Elemente noch nicht positiv auf die Rezeption der Kunden ausgewirkt.

Gründe für eine noch fehlende Akzeptanz des neuen Formats sind mannigfach: Vielleicht ist den Usern nicht ganz klar, wie sie mit den neuen Elementen interagieren sollen – immerhin ist dieses Mail-Format vielen Nutzern noch unbekannt. Möglich wäre auch, dass das interaktive Element überhaupt nicht zur Zielgruppe passt, für die es ausgespielt wurde. Oder aber ein Händler hat einen Produktkonfigurator eingebaut, obwohl das Produkt überhaupt nicht wirklich konfigurierbar ist. Die Testergebnisse erlauben es Händlern jedenfalls, den Einsatz einer interaktiven Mail neu zu justieren und die einzelnen Elemente nochmals zu überarbeiten.

5. Praxistipp: Mails auf verschiedenen Clients und Geräten testen

Ausprobieren, welches Mailprogramm die interaktive Mail überhaupt unterstützt: Bisher erlauben noch nicht alle Clients einen reibungslosen Einsatz solcher Elemente. Daher sollten Marketer im Blick haben, welche E-Mail-Provider ihre Zielgruppe verwendet. Apple iPhone (26 Prozent) und Gmail (24 Prozent) sind die weltweit verbreitetsten E-Mail-Clients. Outlook etwa verwenden lediglich 7 Prozent der User. Doch ist Outlook für B2B-Zielgruppen nach wie vor äußerst relevant. Apple-Mail und Gmail unterstützen bereits jetzt viele interaktive Elemente in ihrer Smartphone-App. Öffnen User ihre Mail hingegen am Desktop über Outlook, wird das Format nicht dargestellt.

„Weil es viele Kombinationen an Apps, Browsern, Betriebssystemen und E-Mail-Providern gibt, sollten Händler vor dem Versand testen, inwieweit ihre interaktiven Mails überhaupt bei den Kunden funktionieren“, empfiehlt Wurm. Zum Testen können Händler selbst verschiedene Endgeräte nutzen. Zudem empfehlen sich professionelle, kostenpflichtige E-Mail-Tools, die mit einem Klick einen Darstellungstest ermöglichen: Darüber können sich Marketer in der Vorschau anzeigen lassen, wie eine von ihnen erstellte interaktive Mail auf verschiedenen Clients und Endgeräten aussehen wird.

6. Praxistipp: Die alte Standardmail als Alternative beibehalten

Zweigleisig fahren – und damit doppelten Aufwand in Kauf nehmen: Zuerst stellt sich die Frage, welche Clients aus dem Kundenverteiler interaktive Elemente darstellen. Diese Zielgruppe kann durch professionelle E-Mail-Tools herausgefiltert und mit interaktiven Mails beschickt werden. Lesen User die Mail hingegen über Outlook oder andere „veraltete“ Clients, benötigen sie eine Alternative ohne interaktive Elemente. Kundenfreundlichkeit bedeutet also: zusätzlich eine herkömmliche Variante mit klassischem Button, der zur Landingpage führt, versenden. Doch sind auch in einer herkömmlichen Mail kreative Formen denkbar: Anstatt eines Videos oder Bilderkarussells können GIFs oder kleine Clip-Animationen eingebunden werden, die Vorschaubilder zeigen.

Auch Bilder von Formularen können dargestellt werden: Ein Klick darauf führt dann zur Landingpage mit dem „richtigen“ Formular, das ausgefüllt werden kann. Um sich doppelte Arbeit zu ersparen, können Händler aber auch abwechseln, denn: „Man muss ja nicht komplett auf die interaktive E-Mail umstellen“, so Wurm. „So können regelmäßig an alle Kunden klassische Mails mit Links zur Landingpage verschickt werden, die alle User öffnen können. Interaktive Mails hingegen dienen dann nur als spezielle Werbeform, um etwa auf Sonderaktionen aufmerksam zu machen. Sie werden periodisch nur an User versendet, deren Clients das neue Format unterstützen.“

Quelle: Löwenstark Online-Marketing GmbH

Weitere Beiträge zum Thema:

Beliebte Beiträge:

Thumbnail-Foto: Klassischer POS neu definiert
14.03.2024   #POS-Systeme #Drucker

Klassischer POS neu definiert

Citizen modernisiert POS-Drucker-Serie

Citizen Systems präsentiert neue POS-Drucker CT-S801III ...

Thumbnail-Foto: Klimaschonendes Energiekonzept im Mixed-Use Gebäude:...
03.01.2024   #stationärer Einzelhandel #Nachhaltigkeit

Klimaschonendes Energiekonzept im Mixed-Use Gebäude:

Zukunftsfitter SPAR in der Vollbadgasse

Der neue SPAR-Supermarkt in der Vollbadgasse im 17. Bezirk bietet nicht nur ein topmodernes, urbanes Sortiment, ...

Thumbnail-Foto: Künstliche Intelligenz gestaltet abverkaufsfördernde Retail...
19.02.2024   #Tech in Retail #POS-Marketing

Künstliche Intelligenz gestaltet abverkaufsfördernde Retail

Media Kampangnen – der PRESTIGE KI Copilot

Online Software stellt auf der EuroCIS 2024 erstmals seinen
PRESTIGE KI Copilot vor. Mit dem smarten, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierten Assistenten bekommen ...

Thumbnail-Foto: Autonome Stores aus aller Welt – ein Überblick...
18.12.2023   #Tech in Retail #Self-Checkout-Systeme

Autonome Stores aus aller Welt – ein Überblick

Die Stores gibt es in verschiedenen Segmenten des Einzelhandels wie LEH, Mode, Elektronik, Convenience Stores und Fast Food.

In einer hart umkämpften globalen Einzelhandelslandschaft befinden sich autonome Stores im Aufschwung. Sie tragen dem veränderten Verbraucherverhalten Rechnung, senken Betriebskosten, verbessern die Rentabilität und tragen zur ...

Thumbnail-Foto: Rekordzahlen für ITL auf der Einzelhandelsmesse EuroCIS in Düsseldorf...
07.03.2024   #Self-Checkout-Systeme #POS-Software

Rekordzahlen für ITL auf der Einzelhandelsmesse EuroCIS in Düsseldorf

Innovative Technology (ITL) berichtete letzte Woche von einer erfolgreichen EuroCIS in Düsseldorf, wo die Organisatoren einen Besucherrekord verkündeten. Die EuroCIS bietet einen exklusiven Hotspot für Retail Technology in Europa, ...

Thumbnail-Foto: Arbeitszeiterfassung richtig umsetzen – das ist zu beachten...
03.04.2024   #Smartphone #Softwareapplikationen

Arbeitszeiterfassung richtig umsetzen – das ist zu beachten

Ein Blick in die rechtlichen Vorgaben

Im Jahr 2022 hat das Bundesarbeitsgericht auf der Grundlage eines bereits 2019 ergangenen ...

Thumbnail-Foto: KI-Unterstützung für den zunehmenden Online-Handel...
22.01.2024   #Online-Handel #stationärer Einzelhandel

KI-Unterstützung für den zunehmenden Online-Handel

Wie CALIDA mit TIA A3 die Absatzplanung erfolgreich dezentralisiert hat

Die Absatzplanung bei CALIDA, einem traditionsreichen Schweizer Wäschehersteller, ist durch den zunehmenden Onlinehandel in den vergangenen Jahren noch komplexer geworden ...

Thumbnail-Foto: Interne Kommunikationstechnologie und ihr Potential...
27.03.2024   #stationärer Einzelhandel #Videoüberwachung

Interne Kommunikationstechnologie und ihr Potential

Einzelhändler*innen stehen oft vor dem Dilemma, Kundenservice mit betrieblicher Effizienz zu vereinen. In dieser Schnittmenge ...

Thumbnail-Foto: Trigo und Netto kündigen einen autonomen Supermarkt mit...
24.01.2024   #Tech in Retail #Künstliche Intelligenz

Trigo und Netto kündigen einen autonomen Supermarkt mit Echtzeit-Quittungsfunktion an.

„Letzter Schritt” zum reibungslosen Einkaufen schafft Vertrauen bei Verbrauchern, die ihre Quittungen VOR dem Verlassen des Geschäfts einsehen möchten
Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von 800 m2 mit Computer Vision AI ist der größte neu ausgerüstete Supermarkt in Europa, der eine reibungslose Checkout-Erfahrung bietet

Trigo, ein führender Anbieter von KI-gestützter Computer-Vision-Technologie, die herkömmliche Einzelhandelsgeschäfte in digitale Smart Stores verwandelt, und die Discounter-Supermarktkette Netto Marken-Discount (auch als Netto ...

Thumbnail-Foto: Aus SES-imagotag wird VusionGroup
29.01.2024   #Softwareapplikationen #Künstliche Intelligenz

Aus SES-imagotag wird VusionGroup

Eine neue Identität, die das breitere Portfolio an innovativen Lösungen hervorhebt, die zur Meisterung der großen Herausforderungen des physischen Handels von der Gruppe entwickelt wurden.

SES-imagotag (Euronext: SESL, FR0010282822), das weltweit führende Unternehmen für digitale Lösungen für den physischen Handel, hat heute bekannt gegeben, dass es seinen Namen in VusionGroup geändert hat. Dieser neue Name ...

Anbieter

GLORY Global Solutions (Germany) GmbH
GLORY Global Solutions (Germany) GmbH
Thomas-Edison-Platz 1
63263 Neu-Isenburg
Innovative Technology Ltd.
Innovative Technology Ltd.
Innovative Business Park
OL1 4EQ Oldham
REMIRA Group GmbH
REMIRA Group GmbH
Phoenixplatz 2
44263 Dortmund
SALTO Systems GmbH
SALTO Systems GmbH
Schwelmer Str. 245
42389 Wuppertal
Extenda Retail Ab
Extenda Retail Ab
Gustav III:s Boulevard 50A
169 73 Solna
VusionGroup SA
VusionGroup SA
55 place Nelson Mandela
90000 Nanterre
EXPRESSO Deutschland GmbH & Co. KG
EXPRESSO Deutschland GmbH & Co. KG
Antonius-Raab-Straße 19
34123 Kassel