Bericht • 08.06.2010

Paper Signage: Preisschild, Plakat und Papierbahn

Quelle: Rewe
Quelle: Rewe

Bildschirme, Steuerung, Content – Digital Signage ist modern, aber aufwändig. Große Plakate und Fotos sind eine preisgünstige Alternative. Dafür gibt es Druckdienstleister und manches kann man auch im Versandhandel bestellen. Händler, welche ihre Angebote rasch ändern, werden eher in einen eigenen Großformatdrucker investieren.

Viele Händler scheuen bislang die hohen Anfangsinvestitionen für Digital Signage, denn mit ein paar großen Bildschirmen ist es nicht getan. Notwenidig ist eine leicht bedienbare Steuerung des abgespielten Programms und die Beschaffung der Inhalte, des Content – in der Praxis die schwierigste Hürde. Die Alternative heißt Paper Signage: Preisschilder, Plakate und Fotos. Dies sind jedoch keine bewegten Bilder, sie wecken weniger Aufmerksamkeit beim Betrachter als Filme und Bildfolgen. Je größer die Plakatformate sind, desto teurer ist die Herstellung und desto schwieriger ist die Handhabung und das Auswechseln. Diesen Nachteilen stehen einige Vorteile gegenüber: Plakate wirken nicht so unruhig wie rasch wechselnde Bildfolgen und die Gefahr technischer Pannen ist viel geringer. Nichts wirkt störender als ein schwarzer Bildschirm.

Groß, größer – unscharf

Aber auch bei der Werbung mit Plakaten und Fotos setzt die Technik einige Grenzen. Bilddateien können nicht endlos vergrößert werden. Für den professionellen Druck braucht man eine Auflösung von 300 Bildpunkten pro Inch, englisch abgekürzt dpi. Hängt man Schilder in einiger Entfernung vom Betrachter auf, kann man diese Grenze, abhängig vom Motiv, auf 240 dpi senken, um so das Bildformat zu vergrößern. Darüber hinaus wird das Foto jedoch grobkörnig. Außerdem kommt es bei großen Fotos auf die Aufnahme selbst an: Unscharfe Bilder wirken „in Groß“ noch unschärfer. Aufnahmen mit hoher Filmempfindlichkeit sieht man die Bildpunkte beim Vergrößern immer deutlicher an.

Auch das Firmen- oder Markenlogo kann Probleme bereiten. Ist es als Bild gespeichert, wird es bei größeren Formaten irgendwann unscharf. Abhilfe schaffen so genannte Vektorgrafiken. Sie sind, wie der Grafiker sagt, beliebig skalierbar, können problemlos vergrößert werden. Bei den heute verwendeten PC-Schriften gibt es dieses Problem in der Regel nicht mehr. Egal ob Times, Arial, Futura oder Courier – sie sind oft als Vektoren angelegt. Word lässt Schriftgrößen bis 1638 Punkt zu. Damit ist der einzelne Buchstabe viel größer als ein DIN-A4-Blatt.

Neue A3-Drucker sind nur wenig größer als bisherige A4-Geräte. Hersteller wie HP, Canon oder Epson bieten Tintendrucker auch fürs Format DIN A2 an. Sie verarbeiten Normal- und Fotopapiere, Aquarellpapier, manche sogar Leinwand oder Boards von bis zu 1,5 mm Dicke. Geräte für DIN-A1 – das sind 8 Seiten Briefpapier – kosten ein paar tausend Euro. Diese Investition lohnt sich nur, wenn viele Filialen bedient oder die Bilder öfters gewechselt werden. Solche Geräte stehen jedoch auch bei Druckereien oder Online-Dienstleistern. Wer ihre Angebote öfters nutzt, handelt Sonderkonditionen aus.

Bestellen im Katalog

Saison-Aktionen und der Schlussverkauf sind Anlässe für neue Ladendekorationen. Weil derartige Werbung in vielen Handelssegmenten gefragt ist, bieten auf Visual Merchandising spezialisierte Versandhäuser hierzu ein umfassendes Sortiment. Die Anbieter verfügen über die entsprechenden Befestigungslösungen wie Klemmleisten oder Hilfsmittel für den Zuschnitt. Thematische Fotomotive im XXL-Format, so genannte Langbahnen, sind bis zu 2,50 Meter lang und eignen sich für hohe Wände, Schaufenster oder Treppenaufgänge.

Bei Angeboten „von der Stange“ kann man viel Geld sparen. Ein Allheilmittel sind sie freilich nicht, denn schon der nächste Laden in der Nachbarschaft kann im gleichen Katalog bestellen. Prozent-Zeichen stehen inzwischen allerorten für Sonderpreise. Und „Sale“ signalisiert Schlussverkauf vom Modehaus bis zur Drogerie, obwohl viele Verbraucher Anglizismen ablehnen.

Ein Hingucker sind Motive, die es nirgendwo sonst gibt. Sport- und Outdoorläden können die eigenen Mitarbeiter bei ihren Freizeitaktivitäten zeigen. Die Bilder vermitteln Action, und Beratungskompetenz. Ebenso im Reisebüro: Die Bilder müssen nicht von Neckermann & Co stammen. Gegen das Internet zeigt man die Beratungskompetenz der Mitarbeiter, die dort waren, wo die Kunden gern hin wollen. Oder Bilder vom Lebensmittelhändler um die Ecke: Picknick auf der grünen Wiese oder Kochen mit frischen Zutaten.

René Schellbach, iXtenso.com
 

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