Firmennachricht • 18.03.2013
Datenschutznovelle: Neuregelungen bei vielen Händlern noch nicht umgesetzt
Vor allem bei kleineren Händlern gibt es noch Wissenslücken beim Thema Datenschutz
Bereits vor einem halben Jahr, am 01. September 2012, trat die Datenschutznovelle des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) endgültig in Kraft. Seitdem sind Unternehmen unter anderem dazu verpflichtet, das Einverständnis der Kunden schriftlich einzuholen, bevor deren Kundendaten zu Werbezwecken gespeichert und genutzt werden.
Die aktuelle Monatsfrage des HANDELSkix zeigt aber, dass vielen Händlern überhaupt nicht bekannt ist, welche Regelungen sich hinter der Datenschutznovelle verbergen. Nur knapp jeder Fünfte gab an, sich mit den neuen Anforderungen an den Datenschutz auszukennen – immerhin noch 43 Prozent der Befragten wissen ungefähr, wie die Gesetzesänderungen aussehen. Vor allem bei kleineren Unternehmen mit bis zu zwei Millionen Euro Umsatz offenbart die Frage nach der Datenschutznovelle noch Wissenslücken: 45 Prozent von ihnen gaben an, nicht zu wissen, welche Regelungen betroffen sind.
Über 50 Prozent der Händler nutzen Kundendaten für personalisierte Werbung
Dabei ist personalisierte Werbung beispielsweise in Form von Newslettern oder persönlich adressierten Werbebriefen durchaus beliebt: 54 Prozent der HANDELSkix-Teilnehmer gaben an, dass sie Daten ihrer Kunden speichern und diese für personalisierte Werbung nutzen. Doch lediglich knapp ein Drittel von ihnen (31 %) hat seine Kunden und Interessenten auch bereits darum gebeten, der Nutzung dieser Daten für Werbezwecke zuzustimmen.
„Gerade kleinere Händler scheinen in Sachen Schutz ihrer Kundendaten noch deutlichen Nachholbedarf zu haben. Das hat auch der Datenschutz-Workshop des IFH Köln gezeigt, bei dem mit Blick auf die gestiegenen Bußgelder viele Fragen zur persönlichen Absicherung im Fokus standen. Aktuell überlegen wir sogar, ob wir eine Datenschutz-Workshop-Reihe etablieren, um Händlern die Möglichkeit zu geben, ihre Fragen direkt mit Experten vor Ort zu klären“, berichtet Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln.
„Händler, die hier bisher noch nicht aktiv geworden sind, sollten das Thema schnellstmöglich in Angriff nehmen – juristisch gesehen ist es bereits fünf nach zwölf“, so Hedde weiter. Diejenigen Händler, die ihre Datenbestände bereits überprüft haben, haben dies mehrheitlich selbst vorgenommen. Lediglich sechs Prozent gaben an, hierfür mit einem externen Dienstleister zusammen gearbeitet zu haben.
Geschäftsstimmung ausgeglichen
Der Indexwert für die aktuelle Geschäftslage der HANDELSkix-Teilnehmer kratzt weiterhin an der 100-Punkte-Marke, kann diese aber auch im Februar nicht knacken und landet bei 92,8 Punkten. Insgesamt beurteilt rund ein Viertel der stationären Händler ihre Lage positiv. Etwas mehr – nämlich knapp 35 Prozent – sind aktuell unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation. Die mittel- und langfristige Geschäftserwartung hingegen klettert wieder aufwärts und erreicht im Februar 112,9 bzw. 119,1 Indexpunkte. Knapp 40 Prozent der Händler rechnen in den nächsten drei Monaten mit steigenden Umsätzen.
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