Internet of Things • 14.02.2019

IoT-Datenflut trifft Legacy-System

Robotic Process Automation unterstützt bei der komplexen Steuerung von Informationen

Zahlreiche im Alltag anfallende Aufgaben kehren immer wieder und kosten – neben wertvoller Arbeitskraft – Zeit und Geld. Mitarbeiter verwenden beispielsweise überdurchschnittlich viel Kapazität für standardmäßige Tätigkeiten wie etwa die Bedarfsanforderung, Rechnungsprüfung, Vertragsmanagement oder Datenverwaltung im Einzelhandel. Für Aufgaben, die individuelles Urteilsvermögen und Entscheidungskompetenz verlangen, bleibt dementsprechend weniger Zeit.

Die Digitalisierung bietet Unternehmen heute die Möglichkeit, dieses Geflecht aus verlorener Kapazität sowie fehlinvestiertem Geld aufzulösen und mithilfe technischer Lösungen neue Wertschöpfungsketten zu bilden.

Herausforderungen meistern

Durch den Einsatz neuer Technologien wie dem Internet of Things (IoT) kommen zunächst jedoch weitere Herausforderungen und große Aufwände auf die Betriebe zu. Die Datenmenge und -vielfalt wächst stetig und die Entscheidungsfindung wird aufgrund dieser neuen Informationen deutlich komplexer.

Wenn parallellaufende Projekte sich kurz- oder mittelfristig „überholen“ und die holistische Datenstruktur sowie -konsistenz im Unternehmen aus den Fugen gerät, stehen die Verantwortlichen bei der Einführung neuer Technologien vor Problemen. Beispielsweise lassen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt notwendige Schnittstellen oder neue Tools und Applikationen zur Verarbeitung von Informationen in einem Projekt nicht abrufen. Dies hängt möglicherweise mit einer Verzögerung eines anderen Vorhabens zusammen – es kommt zum Stillstand.

Im Vergleich zu veralteten Netzwerken bieten fortschrittliche Datenlieferanten wie das IoT einen deutlich höheren Informationsfluss. Treffen moderne Technologien jedoch auf alte Datenverarbeitungssysteme, stoßen auch ausgefeilte neue Informationslieferanten an ihre Grenzen. Robotic Process Automation (RPA) unterstützt Betriebe dabei, Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten, indem Software-Roboter eine Brücke zwischen IoT- und Legacy-Systemen schlagen.

Grafik zu den Vorteilen von Robotic Process Automation...
Quelle: metaproc GmbH

Hindernisse bewältigen

Treffen Bestands- und Neusysteme aufeinander, sind technische Schwierigkeiten vorprogrammiert. Durch die Menge an Datenlieferanten des IoT ergibt sich eine mit deren Anzahl wachsende Datenflut in sämtlichen Unternehmensbereichen. Was zunächst unproblematisch erscheint, macht sich mit der fehlenden Kompatibilität zwischen isolierten oder nur individuell adressierbaren Bestandssystemen und neuen, offenen Technologien mit Standardschnittstellen bemerkbar.

Nicht nur bei überholten Industrieanlagen, sondern auch bei Architekturen anderer Branchen, in denen zahlreiche Daten verarbeitet werden, treten dabei häufig Probleme auf. Dies betrifft auch den Einzelhandel mit seiner teils in die Jahre gekommenen EDV-Technik. Bei dem Versuch, diese Infrastrukturen zu modernisieren, machen sich in der Regel hohe Kosten und ein enormer Aufwand bemerkbar. Im Idealfall stehen viele der internen Altsysteme zwar in Planung zur Ablösung, sind aber dennoch vorhanden: Sie stellen sich oftmals als sehr unkooperative Komponenten in Bezug auf Datenaustausch mit den modernen Technologien heraus und bieten eine Individualisierung von Schnittstellen schlimmstenfalls gar nicht erst an.

Auch wenn die Datenflut aus der IoT-Plattform bereits vor der Tür steht, muss sie im wahrsten Sinne des Wortes durch ein Fenster ins System geschleust werden: Beispielsweise unter Zuhilfenahme einer altbewährten Applikation, mit der ein Mitarbeiter die Eingabe manuell bewerkstelligen muss.

Photo
Quelle: pixabay.com

Arbeit nach Vorbild

Bei der Bewältigung von Schnittstellenproblemen zwischen probaten und modernen Technologien kommt RPA zum Einsatz. Die Softwarelösung unterstützt dabei, manuelle Geschäftsprozesse zu automatisieren und ersetzt die zuvor von Mitarbeitern ausgeführte Schnittstellenbedienung.

RPA verknüpft innovative IoT-Anwendungen mit etablierten Umgebungen, wie etwa den Materialwirtschafts-, Lagerhaltungs-, Produktionsplanungs-, Antrags-, Leistungs- und Bestandskundensystemen. Software-Roboter erledigen Aufgaben nach ihrem menschlichen Vorbild und kooperieren dabei mit sämtlichen Oberflächen einer Applikation. So lassen sich vorhandene Benutzerschnittstellen interaktiv bedienen.

Der zeitliche Aspekt spielt bei der Anwendung von Automatisierungslösungen eine entscheidende Rolle: Während herkömmliche Tools, die Legacy-Systeme mit dem IoT verbinden, eine durchschnittliche Implementierungszeit von sechs bis zwölf Monaten vorweisen, kommt RPA bereits nach circa drei bis acht Wochen zum Einsatz.

Auch branchenübergreifend lassen sich die Bots problemlos bei veralteten Systemen anwenden, zum Beispiel, wenn auf externe Netzwerke bei Kunden oder Geschäftspartnern zugegriffen werden soll. Bei diversen Projekten dieser Art bietet RPA sowohl kurz- als auch langfristig Lösungen – mit überschaubaren Implementierungskosten und ohne aufwendige Neuanschaffungen. Das Risiko ist dabei sehr gering, da die Bots mit einer Fehleranfälligkeit von null arbeiten.

Vorarbeit entscheidend

Vor der Einführung einer Automatisierungsstrategie sollte eine grundlegende Analyse erfolgen: Müssen betriebsinterne Besonderheiten beachtet werden? Welche Anwenderbedürfnisse sollten auf der Agenda stehen und welche Schnittstellen gilt es kurz- und langfristig zu bedienen? In jedem Unternehmen mit seiner individuellen IT-Infrastruktur stehen andere Aspekte im Fokus. Wer im Vorfeld bereits alle möglichen Fallstricke aus dem Weg räumt, kann von vornherein zusätzliche Lizenzkosten, unpassende Schnittstellen oder lange Implementierungszeiten vermeiden.

Richtig eingesetzt, stellen Software-Roboter eine enorme Arbeitserleichterung dar: Wie ihr menschliches Vorbild erledigen sie die zugewiesenen, repetitiven Aufgaben – und das, je nach Bedarf, rund um die Uhr. So haben Mitarbeiter wieder Zeit, sich dem Kerngeschäft zu widmen und ihre Fachkompetenz gezielt einzusetzen. Robotic Process Automation als schlanke Lösung bei akuten Problemstellungen bietet zudem den entscheidenden Vorteil, dass es sowohl kurz- als auch langfristig unterstützt und dabei die veralteten Systeme mit modernen IoT-Anwendungen verbindet.

Autor: Alexander Steiner, Chief Solution Architect der meta:proc GmbH

Weitere Beiträge zum Thema:

Beliebte Beiträge:

Thumbnail-Foto: GLORY CASH REPORT 2020
28.10.2020   #Mobile Payment #Zahlungssysteme

GLORY CASH REPORT 2020

Neue Herausforderungen und Chancen für die Customer Experience

GLORY stellt den „CASH REPORT 2020“ vor, der in seiner zweiten Auflage wieder unabhängige Studienergebnisse liefert und Einblicke in aktuelle Trends und (Payment-) Entwicklungen gibt. Der Report befasst sich insbesondere mit ...

Thumbnail-Foto: Drucklösungen neu gedacht
26.11.2020   #Drucker #POS-Drucker

Drucklösungen neu gedacht

Citizen zeigt fünf Ideen, wie Drucker in der Pandemie den Verkauf unterstützen

Längst ist klar: Einzelhändler müssen aufgrund der Corona-Pandemie Engpässe wie den Kassenplatz im stationären Geschäft entzerren, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter und Kunden zu gewährleisten. Bei vielen ...

Thumbnail-Foto: Attraktives Shoppingerlebnis für den Kunden schaffen...
08.12.2020   #Sicherheit #stationärer Einzelhandel

Attraktives Shoppingerlebnis für den Kunden schaffen

Wie Netzwerk-Audiolösungen den Einzelhandel unterstützen – heute und morgen

Angesichts einer sich wandelnden Einzelhandelslandschaft, sollte dem Kunden das Shoppingerlebnis so attraktiv wie möglich gemacht werden – denn nur dann kommt er auch wieder. Einzelhändler können das direkt beeinflussen, ...

Thumbnail-Foto: In voller Länge: iXtenso DigitalTalk zu interaktiven...
21.09.2020   #Digitalisierung #Terminals

In voller Länge: iXtenso DigitalTalk zu interaktiven Self-Service-Lösungen

Schauen Sie sich das Expertengespräch über Instrumente zur Kundenbindung noch einmal an!

Im iXtenso DigitalTalk diskutierten wir unter dem Titel "Interaktive Self-Service-Lösungen: Implementierung einer modernen Kundenbindungsstrategie" mit Experten wie Christian Rüttger von Elo live darüber, wie eine moderne ...

Thumbnail-Foto: Scan & Go“ bei Thalia Mayerersche
29.10.2020   #stationärer Einzelhandel #Zahlungssysteme

Scan & Go“ bei Thalia Mayerersche

Buchhandlung ermöglicht mit App-Funktion „Scan & Go“ kontaktloses Zahlen

Thalia Mayersche macht das Einkaufen noch sicherer und spielerisch einfach: Mit der neuen Funktion „Scan & Go“ in der Thalia App können Kundinnen und Kunden ab Ende Oktober kontaktlos in der Buchhandlung einkaufen. Rechtzeitig ...

Thumbnail-Foto: Mitarbeiterkommunikation in der Pandemie
06.01.2021   #Personalmanagement #POS-Kommunikation

Mitarbeiterkommunikation in der Pandemie

Mehrwert durch Messenger: Q-Chat

Die Corona-Pandemie stellt Einzelhändler vor große Herausforderungen – ganz im Mittelpunkt steht dabei die Kommunikation mit den Mitarbeitern. Doch wie sollen Händler mit ihren Mitarbeitern kommunizieren in einer Zeit mit ...

Thumbnail-Foto: Podcast- und Webtalkmarathon in der Trendakademie...
09.09.2020   #stationärer Einzelhandel #POS-Marketing

Podcast- und Webtalkmarathon in der Trendakademie

Diskussionen mit Opinion Leaders und Retail-Insidern

Immer montags und donnerstags erscheinen in der Trendakademie des Trendforums Retail aktuelle Video-Podcasts. Mit Marcus Meyer als Moderator führen wir spannende Diskussionen mit den Opinion Leadern aus dem DACH Retail. Die ...

Thumbnail-Foto: Spar-Filiale begeistert sich für neue Technologie...
23.09.2020   #Digitalisierung #App

Spar-Filiale begeistert sich für neue Technologie

Supermarkt vom Partner Delfi Technologies um die Cloud-Lösung und die App zur Verwaltung der elektronischen Regaletiketten erweitert

In diesem Jahr feierte der Genossenschaftsverband Tikøb sein 100. Gründungsjubiläum. Der SPAR-Supermarkt in Tikøb ist eine der Filialen der Lebensmittelmarktkette, die das Feld bei der Einführung neuer Technologien ...

Thumbnail-Foto: Mission Zukunft: ROQQIO fusioniert mit CLARITY & SUCCESS...
10.11.2020   #Online-Handel #E-Commerce

Mission Zukunft: ROQQIO fusioniert mit CLARITY & SUCCESS

Softwareunternehmen für Handel schließen sich zusammen

Die Softwareunternehmen der Hamburger ROQQIO Gruppe und die CLARITY & SUCCESS Gruppe aus Halle (Westfalen) sind fusioniert.Den erfolgreichen Abschluss der Fusionsbestrebungen gab heute Elvaston Equity Partners bekannt, zu dessen ...

Thumbnail-Foto: Einkaufserlebnis dank elektronischer Regaletiketten...
10.11.2020   #Kundenzufriedenheit #stationärer Einzelhandel

Einkaufserlebnis dank elektronischer Regaletiketten

Neuer Dänischer verspricht einzigartige Kundenerfahrung

Ende August 2020 hat Dänemarks neues Spiele-Universum Games N’ Gadgets seine Türen für Gamer und Spieleliebhaber im Zentrum Horsens geöffnet. Games N‘ Gadget bietet alles im Bereich Gaming, Geräte und ...

Anbieter

Reflexis Systems GmbH
Reflexis Systems GmbH
Kokkolastr. 5-7
40882 Ratingen
Delfi Technologies GmbH
Delfi Technologies GmbH
Landgraben 75
24232 Schönkirchen
Citizen Systems Europe GmbH
Citizen Systems Europe GmbH
Otto-Hirsch-Brücken 17
70329 Stuttgart
SALTO Systems GmbH
SALTO Systems GmbH
Schwelmer Str. 245
42389 Wuppertal
Axis Communications GmbH
Axis Communications GmbH
Adalperostraße 86
85737 Ismaning
ROQQIO Commerce Solutions GmbH
ROQQIO Commerce Solutions GmbH
Harburger Schloßstraße 28
21079 Hamburg
SHI GmbH
SHI GmbH
Konrad-Adenauer-Allee 15
86150 Augsburg
GLORY Global Solutions (Germany) GmbH
GLORY Global Solutions (Germany) GmbH
Thomas-Edison-Platz 1
63263 Neu-Isenburg