Multimedia-Reportage • 20.09.2021

Kerzenladen „Cereria Subirà“ in Barcelona – mehr als ein Geschäft

Warum es sich lohnt, alte Schönheiten zu bewahren

Vor gut zwei Jahren hat iXtenso in Barcelona ein Kleinod entdeckt, ein Geschäft, wie es sie nur sehr selten gibt: Der Kerzenladen Subirà befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und zieht seine zahlreichen Besucher unweigerlich in seinen Bann.

Sowohl die Produkte als auch das Ladengeschäft sind überaus sehenswert. Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Tour durch den Shop und seine Geschichte.

Schön, warm, vergänglich – Kerzen und ihre Herstellung

Vor der Einführung des elektrischen Lichts waren die Herstellung und der Handel mit Kerzen eine der wichtigsten Industrien. 1761 wurde in Barcelona eine Kerzenfabrik gegründet, die bis heute besteht. 1939 nach dem spanischen Bürgerkrieg übernahm der Kerzenzieher Pauli Subirà die Firma, die heute seine Enkelin führt und ihren Angaben nach der größte Kerzenproduzent in Katalonien, vielleicht sogar in Spanien ist.

Im Verkaufslokal in der Altstadt Barcelonas, in der Baixada de la Llibreteria 7, dürfen aus Sicherheitsgründen keine Kerzen mehr hergestellt werden, das Arbeiten mit Feuer und Wachs ist in der Stadt nicht erlaubt. Mitarbeiter*innen führen dort aber vor, wie der Docht in die Bienenwachsplatten eingerollt wird.

Wir haben vor Ort mit der Geschäftsführerin Pilar Subirà über die Kerzenherstellung gesprochen.

Store Design aus einer anderen Zeit

Das Geschäft in der Altstadt Barcelonas zieht – zumindest, wenn keine Pandemie herrscht – Besucherströme an wie ein Magnet. Es kann definitiv als eine der Sehenswürdigkeiten in der schönen katalanischen Hauptstadt gewertet werden.

1847 wurde im heutigen Haus ein Bekleidungsgeschäft erstellt, „La Argentina“, mit hochwertiger Dekoration und einer edlen Ladeneinrichtung.

Eine Treppe führt auf zwei Seiten des Hauptraumes zu einer offenen, schmalen Galerie. Rechts und links am Fuß der Treppe stehen zwei dunkle Frauenfiguren auf den Podesten des Treppengeländers, die jeweils eine Lampe über ihren Kopf halten. Auf Französisch heißen die Figuren „Les Négresses“, zu Deutsch „Negerinnen“ oder „schwarze Frauen“. Sie dienten nicht nur der Dekoration, sondern beherbergten früher Gaslampen zur Beleuchtung. Laut Pilar Subirà installierte eine französische Firma in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Gassystem in Barcelona und brachte ihre Lampenmodelle in die Stadt. Inzwischen werden die Lampen elektrisch betrieben.

Photo
Quelle: iXtenso/Pott

Die Schränke und Regale, die Schubladen und Türen, die Treppe und die Balustrade der Galerie, die Tische und der Kassentisch: All das Originalmobiliar von damals wurde erhalten und gepflegt. Pilar Subirà sagt selbst, das Geschäft profitiere bis heute von dem Geniestreich früherer Verantwortlicher, die den Laden so belassen haben, wie er war, auch wenn Schönheit und Tradition dabei über Nützlichkeit und Praktikabilität gehen.

Galerie: Ein Blick in die Cereria Subirà

Mit Tradition zu einem langlebigen Erfolg

Durch dieses außergewöhnliche Store Design erledigt sich die PR für die Cereria Subirà praktisch von selbst.

Die Kerzen, die das Unternehmen Subirà herstellt, verkaufen sie in der ganzen Welt. Und auch sie selbst verkaufen im Shop Kerzen anderer Produzenten. „Unser Ziel ist, dass jede*r, der den Laden betritt, die Kerze findet, die er oder sie braucht.“

Text und Aufnahmen: Julia Pott

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