Lösungen für den Einzelhandel: Smarte Gebäudetechnik schafft wirtschaftliche Spielräume

So läuft es bei Snipes in Köln und in der Einkaufsgalerie Ettlinger Tor in Karlsruhe

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Quelle: Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH.
Mann in dunkelblauem Anzug und weißem Hemd lächelt in die Kamera...
Dr Johannes Fütterer ist CEO bei der aedifion GmbH und Experte für moderne und energieeffiziente Gebäudetechnik
Quelle: aedifion Hanna Witte

Der stationäre Einzelhandel steht unter Druck. Vermieter und Händler suchen Möglichkeiten, um ihre Energiekosten zu senken und gleichzeitig den Raumluftkomfort für ihre Kunden zu verbessern. Oftmals reichen minimalinvasive Maßnahmen an der Gebäudetechnik aus, um merkliche Effizienzsteigerungen zu erzielen. 

Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung spielen Einkaufszentren und Einzelhandelsimmobilien eine zentrale Rolle in der städtischen Infrastruktur. Vor dem Hintergrund des wachsenden Kostendrucks und regulatorischer Vorgaben an die Gebäudeautomation von gewerblich genutzten Immobilien suchen Mieter und Vermieter nach Lösungen, mit denen sie die Einsparpotenziale im laufenden Betrieb langfristig verbessern können. Dabei rückt die Gebäudetechnik in den Fokus. Während andere Betriebskosten wie Ausgaben für Sicherheit, Reinigung oder Flächenverwaltung kaum gesenkt werden können, sondern im Gegenteil immer weiter steigen, lässt sich durch eine optimierte Gebäudetechnik merklich Energie sparen und so dieser Kostenbereich senken. 

Senkung der Energiekosten als wirtschaftlicher Hebel

Egal, ob es sich um Einzelhandelsimmobilien innerstädtischer Einkaufsstraßen oder um Shoppingcenter handelt: Die Verbräuche der technischen Anlagen wie Heizung, Lüftung und Kühlung machen einen erheblichen Teil der Betriebskosten aus. Schließlich läuft die Gebäudetechnik in vielen Läden nach starren Zeitplänen oder veralteten Einstellungen. Wo tatsächlich Energie benötigt oder zu viel verbraucht wird, kann von Betreiberteams aufgrund mangelnder Transparenz oft nicht vollumfassend überprüft werden. Aus diesem Grunde sind sie oft nicht in der Lage, in Echtzeit in die Steuerung einzugreifen.

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit konsequent zu stärken, setzen Vermieter daher immer häufiger auf digitale Systeme, die es faktisch ermöglichen, den Energieverbrauch zu senken. Ziel ist ein dynamischer Immobilienbetrieb, der in Echtzeit auf den tagesaktuellen Bedarf reagiert. 

Softwarelösungen erfassen systematisch Gebäudedaten

Digitale Plattformen sind in der Lage, Gebäudedaten zu erfassen, in eine zentrale Cloud zusammenzuführen und unmittelbar auf Basis künstlicher Intelligenz auszuwerten. Mithilfe spezieller Algorithmen können Ineffizienzen beziehungsweise fehlerhafte Funktionen auf Anhieb identifiziert und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Die technischen Anlagen können dadurch proaktiv optimiert werden, etwa durch eine intelligente Temperaturregelung, angepasste Volumenströme oder bedarfsgerechte Laufzeiten. Die Implementierung der Datenplattform erfordert dabei weder aufwendige Umbauten noch größere Investitionskosten und kann ohne Einschränkungen im laufenden Betrieb stattfinden.

Streetwear-Store erfüllt höchste Standards

Wie die technische Aufwertung konkret aussieht, zeigt ein Praxisbeispiel in Köln. Dort befindet sich in einer Immobilie aus dem Jahr 1952 eine Filiale des Streetwear-Stores Snipes, deren Anlagenperformance stets transparent sein muss. Um dies kontinuierlich zu gewährleisten, wurden die technischen Anlagen des Objektes über eine digitale Nachrüstung von Sensorik auf den aktuellen Stand der Datenerfassung gebracht, ohne die laufende Nutzung der rund 600 Quadratmeter Verkaufsfläche zu beeinträchtigen. 

Die gewonnenen Daten dienen seitdem als Grundlage, um fortlaufend Einsparpotenziale zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen für den Betreiber und die am Betrieb beteiligte Fachfirmen abzuleiten. Das Ergebnis: Volle Transparenz über den technischen Gebäudebetrieb, automatisierte Ablesung von Zählerständen, Remote-Datenzugriff und ein verbesserter Innenraumkomfort bei höherer Energie- und Kosteneffizienz

Einkaufszentrum von außen mit Wiese im Vordergrund...
Einkaufsgalerie Ettlinger Tor in Karlsruhe.
Quelle: Deka Immobilien Investment GmbH

KI-gesteuerte Anlagen stützen den Betrieb nachhaltig 

Die Beispiele zeigen, dass die Reduzierung des Energieverbrauchs im Einzelhandel machbar ist. Selbst in älteren Gebäuden lassen sich spürbare Energieeinsparungen mit „minimalinvasiven“ Methoden erzielen. Oft muss die Anlagetechnik neu konfiguriert werden, zusätzliche Sensoren müssen im Gebäude installiert und eine Cloud-Plattform implementiert werden, in der alle Daten zusammenlaufen und ausgewertet werden. Daraus werden automatisiert Handlungsempfehlungen für das Facility-Management abgeleitet und der Betrieb sogar vorausschauend auf Basis von Wettervorhersagen und Besucheraufkommen geregelt.

Die im laufenden Betrieb entstehenden Energiekosten werden somit steuerbar. Je größer das Portfolio ist, desto wirkungsvoller ist eine skalierbare, cloudbasierte Lösung: Optimierungen, die an einem Standort funktionieren, lassen sich problemlos auf weitere Filialen und Shoppingcenter übertragen. 

Autor: Dr.-Ing. Johannes Fütterer, CEO aedifion GmbH

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