Aldi UK und die britische Landesgesellschaft der Molkereigenossenschaft Arla haben gemeinsam mit dem Recycling-Technologieanbieter Polytag einen achtwöchigen Betriebsversuch gestartet. Das Ziel: den Weg von Milchflaschen durch das britische Recyclingsystem mithilfe unsichtbarer UV-Kennzeichnungen nachverfolgen.
Für den Test werden Etiketten mit einer eigens entwickelten fluoreszierenden Tinte bedruckt. Im Vergleich zum ersten gemeinsamen Test von 2023 hat sich die Technik weiterentwickelt. Damals kamen einzelne, druckempfindliche Etiketten zum Einsatz. Jetzt wird eine andere Variante genutzt: Wrap-around-Etiketten, die die Flasche komplett umschließen. Das soll sie robuster machen und Schäden beim Transport vorbeugen.
Durchlaufen die markierten Flaschen eine Sortieranlage, erfassen dort installierte Erkennungseinheiten von Polytag die UV-Codes und übermitteln die Daten in Echtzeit auf Ebene des einzelnen Gebindes. Über ein Dashboard erhalten Aldi und Arla im Anschluss Auswertungen dazu, in welchem Umfang und auf welchem Weg ihre Verpackungen tatsächlich im Kreislauf bleiben.
Warum die Nachverfolgung jetzt an Bedeutung gewinnt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Großbritannien verschärft aktuell die Extended-Producer-Responsibility-Vorgaben (EPR). Hersteller und Handel müssen so für die Recyclingkosten ihrer eigenen Verpackungen aufkommen. Hinzu kommt ein Pfandsystem (Deposit Return Scheme). Die Neuerungen führen dazu, das noch detaillierter nachgewiesen werden muss, was an Materialien wirklich recycelt werden kann.
Für Aldi und Arla ist der Test daher ein Weg, künftige Verpackungsentscheidungen stärker auf verifizierte Daten statt auf Schätzungen zu stützen. Dass die beiden nun zum dritten Mal Polytag im Boot könnte ein Zeichen dafür sein, dass die sich die Technologie vom Pilotversuch zu einem wiederholbaren Prozess entwickelt.





