News • 26.02.2020

Bürokratie überlastet mittelständische Unternehmen

Studie des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)

Ein Aktenstapel
Quelle: Bildagentur PantherMedia / Robert Kühne

Die Fülle von staatlichen Vorgaben und Verpflichtungen kostet deutsche Unternehmen einen erheblichen Teil ihrer Rendite und kann insbesondere für mittelständische Betriebe sogar existenzgefährdend sein. Das geht aus einer aktuellen Studie zu den Bürokratiekosten im Gastgewerbe des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor.

„Es ist erschreckend, wie viel Zeit und Geld den Unternehmen durch Bürokratie verloren geht“, kommentiert DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Studienergebnisse. „Darunter leiden nicht nur die betrieblichen Abläufe, sondern auch die Kunden.“ Bürokratiekosten durch komplizierte Vorgaben und Verpflichtungen machen bei einem typischen Unternehmen im Gastgewerbe jedes Jahr 2,5 Prozent des Umsatzes aus. Bei durchschnittlichen Margen und hohen Arbeitsbelastungen kann das die Betriebe in ihrer Existenz und Nachfolge gefährden.

Überstunden sind die Regel

Laut der Studie macht ein typischer Unternehmer jede Woche bis zu 14 Überstunden, um 100 bis 125 komplexe Vorschriften etwa zur Kassenrichtlinie, Gaststättenverordnung oder Datenschutzgrundverordnung zu erfüllen. „Unsere Unternehmen akzeptieren dabei durchaus den Sinn und Zweck einzelner Regelungen“, sagt Eric Schweitzer. Trotzdem vermissen die Betriebe bei mehr als der Hälfte der bestehenden Verpflichtungen einen Bezug zu den Geschäftsprozessen. Laut Hygienevorschrift müssen Gastro-Unternehmer zum Beispiel die Temperaturen von Kühlschränken täglich per Hand in ein Formular eintragen und ein Jahr aufbewahren – selbst wenn sie über ein automatisches und digitales Messsystem verfügen.

Verbindlicher Praxischeck

Der DIHK schlägt deshalb einen verbindlichen Praxischeck für neue Gesetze vor. „Neue Verpflichtungen dürfen kein Selbstzweck sein. Ganz nach dem Prinzip: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Dazu gehört, neue Vorschriften und deren praktische Umsetzung einfach und verständlich zu gestalten“, erläutert der DIHK-Präsident. So könnten etwa die umständlichen Meldezettel in Hotels und Gaststätten ganz abgeschafft werden, weil sie nicht dabei helfen, die Kriminalität zu bekämpfen. Außerdem sollten Aufbewahrungsfristen verkürzt und aufwändige Dokumentationen vereinfacht werden.

Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.

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