EuroShop 2026 Düsseldorf: Sneak Peek mit Elke Moebius

KI, Experience und neue Highlights – das erwartet Besucher*innen.

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Quelle: www.mateusztondel.com

Wenn sich der Handel vom 22. bis 26. Februar 2026 in Düsseldorf zur EuroShop trifft, geht es nicht nur um neue Technologien, sondern um das Zusammenspiel aus Experience, Effizienz und echter Kundenzentrierung. Im Gespräch ordnet Elke Moebius die zentralen Themen ein – und verrät, worauf Besucher*innen bei Planung und Priorisierung besonders achten sollten.

Elke Moebius lächelt in die Kamera.
Elke Moebius ist Director EuroShop und Global Head of Retail / Retail Technologies der Messe Düsseldorf
Quelle: Messe Düsseldorf / C. Tillmann

Elke, wenn du den Handel 2026/27 aus der Vogelperspektive betrachtest: Welche Entscheidung müssen Händler*innen jetzt treffen, weil sie in 12 bis 18 Monaten den größten Unterschied macht - und welche „Trend-Debatte“ lenkt eher ab?  

Als strategisches Fundament für die kommenden 12 bis 18 Monate müssen Handelsunternehmen heute klären, wie KI systematisch in die Organisation integriert wird - organisatorisch, kulturell und technologisch. Ohne diesen Schritt droht der Anschluss verloren zu gehen, weil KI zunehmend Standard-Capability wird, nicht nur Tech-Experiment. KI ist kein Nischenprojekt, sondern ein entscheidender Hebel für Prozessautomatisierung, Personalisierung, Customer-Centricity, nahtlose Checkout-Erlebnisse und datengetriebene Entscheidungen. Eine Debatte, die aus meiner Sicht eher ablenkt, ist die Fixierung auf einzelne Store-Formate oder Konzepte als vermeintliche Blaupause. Ob Flagship, Pop-up oder Micro-Store - entscheidend ist nicht das Format, sondern wie gut es zur eigenen Strategie, zum Standort und zu den Kundenerwartungen passt. Wer Formate kopiert, ohne das Gesamtsystem zu denken, wird keinen nachhaltigen Erfolg erzielen.

Was ist für dich aktuell der beste Indikator dafür, dass ein Handelsunternehmen wirklich „kundenzentriert“ arbeitet – also nicht nur im Marketing, sondern im Tagesgeschäft?

Kundenzentrierte Unternehmen erkennt man meiner Meinung nach daran, dass Stores intuitiv funktionieren, dass Mitarbeitende Handlungsspielräume haben und dass Services wirklich helfen - nicht nur verkaufen. Auch die Frage, wie flexibel ein Unternehmen auf Feedback reagiert, ist entscheidend. Wenn Kundenerkenntnisse messbar Einfluss auf Sortimente, Flächenkonzepte oder Prozesse haben, dann ist Kundenzentrierung keine Worthülse, sondern Teil der Unternehmenskultur. Kundenzentrierung kann auch weitere Mehrwerte beinhalten.  

Hast du da ein konkretes Beispiel? 

Another Cotton in Düsseldorf hat um seine Fashionlinie herum eine echte Running-Community aufgebaut – mit Events, Austausch und einem klaren lokalen Bezug. Dazu kann man auch einfach in dem schön gestalteten Shop einen Kaffee trinken. Wo Lokalität, gute Event- und Gastronomieangebote, lokale Produkte und eine hohe Beratungsqualität zusammenkommen, schafft man ein Einkaufserlebnis, bei dem man gerne verweilt. Kurzum: Wenn Stores mehr sind als Verkaufsflächen, sondern auch Orte, an denen Menschen gerne Zeit verbringen.

Aussteller-Fläche bunt bei der EuroShop
Quelle: www.mateusztondel.com

Die EuroShop bietet so ein großes Themenspektrum – Store Design, Lighting, Marketing, Technology, Food Service und Energy Management -Was ist für dich 2026 besonders spannend?

Gerade die Vielfalt und Größe der EuroShop machen die Messe so relevant und spannend. Wir haben sieben Dimensionen und mehr als 100.000 Quadratmeter Netto-Ausstellungsfläche, die Raum für die ganze Bandbreite des Angebots für den Handel bietet. Mich fasziniert es zu sehen, wie stark Themen inzwischen zusammenwachsen. Store Design lässt sich nicht mehr ohne Technologie denken, Food Service nicht ohne Energieeffizienz und Technik, Marketing nicht ohne Emotionalisierung und Daten. Besonders dynamisch sehe ich die Verbindung von Retail Technology mit physischen Erlebniswelten, ebenso die Entwicklungen im Bereich Food Service und Energy Management. Gleichzeitig erleben wir eine neue Qualität im Store Design und im Visual Merchandising – emotionaler, nachhaltiger und stärker auf Aufenthaltsqualität ausgerichtet. 

Ihr feiert 2026 das 60-jähriges Jubiläum als „Global Retail Festival“: Wie spiegelt sich das Jubiläum in Formaten und Inhalten wider - und was heißt das für Besucher*innen?

Die EuroShop ist eine internationale Community und Plattform für Austausch, Inspiration und Begegnung. Neben der klassischen Ausstellung setzen wir deshalb noch stärker auf Erlebnis- und Networking-Formate, auf neue Sonderflächen wie die interaktive VM Experience und das neu gestaltete Designers Village, wir bieten mehr Guided Tours auf dem Gelände an und erstmals auch Store Tours durch Düsseldorf. Und es gibt zum Beispiel die Sixties Lounge, mobile Bars, eine Alpinhütte zum Einkehren sowie Coworking-Spaces, die den Aufenthalt angenehmer gestalten sollen. Wer übrigens einmal richtig in der Geschichte der EuroShop schwelgen will, sollte sich unsere EuroShop-Zeitreise anschauen.

Menschen auf der Messe EuroCiS
Quelle: Messe Düsseldorf / ctillmann

Welche Must-Sees würdest du iXtenso-Leser*innen für die effiziente Messeplanung ans Herz legen?

Mein wichtigster Tipp ist: Nicht einfach so losgehen, sondern ganz gezielt planen. 14 Hallen sind ein mehrtägiges Programm! Man verliert sich schnell in einzelnen Hallen und verpasst wichtige Dinge. Die Sonderflächen sind meist ein guter Einstieg, weil sie Trends kompakt abbilden – etwa das Designers’ Village, die VM Experience, der Food Service Innovation Hub oder der Start-up Hub, wo man sehr schnell ein Gefühl für neue Ideen und Konzepte bekommt.

Die Stages sind ebenfalls ein Muss, vor allem für Besucherinnen und Besucher, die konkrete Anwendungsbeispiele und Best Practices suchen. Die Guided Tours bieten zusätzlich eine hervorragende Möglichkeit, relevante Aussteller thematisch gebündelt kennenzulernen – effizient und mit fachlicher Einordnung. Ich kann nur empfehlen, sich Zeit für die geplanten Store Tours in Düsseldorf zu nehmen. Und natürlich helfen Tools wie die EuroShop App und das neue Fairmatch Tool dabei, für sich relevante Stände zu entdecken und sich mit Leuten aus der Branche zu vernetzen und auszutauschen. 

Einen Rückblick auf 60 Jahre EuroShop gibt es hier: www.euroshop.de/60Jahre

Weiter Infos zur EuroShop-App und zum Fairmatch Tool finden sich auf hier: www.euroshop.de/de/Besuchen/Services

Zum Programm geht es hier: www.euroshop.de/de/Programm

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