Interview • 12.04.2019

Computer Generated Imagery: Schneller Produktbilder für Onlineshops erhalten

David Wischniewski über die Möglichkeiten der Produktvisualisierung

Produktfotos haben für erfolgreiche Onlinehändler einen besonders hohen Stellenwert. Ohne das haptische Gefühl transportieren zu können, müssen sie ihre Kunden zum Kauf bewegen. Das kann auf Dauer teuer werden. Die günstigere und zeitsparende Lösung soll durch digital erstellte Produktbilder, Computer Generated Imagery (CGI), geliefert werden. 

Charmant dabei ist die mögliche Weiterverwendung für Augmented und Virtual Reality-Apps, die das künftige Einkaufsverhalten der Onlinekundschaft revolutionieren sollen. 

Über die Herausforderungen und den Sinn von CGI sprachen wir mit David Wischniewski, CEO von RenderThat.

David Wischniewski; Copyright: RenderThat
David Wischniewski, CEO von RenderThat
Quelle: RenderThat

Was ist Computer Generated Imagery und wie funktioniert es genau?

Als CGI bezeichnet man Bilder, die am Computer erstellt wurden. Von abstrakten Motiven bis hin zur fotorealistischen Produktvisualisierung ist alles möglich. Um die „ digitalen Zwillinge" erstellen zu können, wird das physische Produkt am Computer nachgebaut und mit den nötigen Details versehen. So entsteht ein 3D-Modell, welches gerendert und in einem virtuellen Raum platziert werden kann.

Welche Vorteile haben Einzelhändler von dieser Technik?

Die Methode ist vor allem flexibler und auf lange Sicht auch günstig. Besonders bei größeren Bildmengen ist das praktisch. Wir können mit CGI jedes Produkt in jedem beliebigen Milieu platzieren. Die Produkte und Szenen sind jederzeit austauschbar oder können aus einer anderen Perspektive gezeigt werden. Der digitale Zwilling eines Betts kann so zum Beispiel ganz einfach in ein Jugend- oder Elternzimmer gestellt und den Bedürfnissen der Zielgruppe immer wieder angepasst werden. 

Mit CGI wird außerdem eine hohe Bildqualität garantiert und eine Weiterverwendung der Renderings in Augmented Reality (AR)- oder Virtual Reality (VR)-Apps ist auch möglich.

Kerze; Copyright: RenderThat
Quelle: RenderThat

Welche Voraussetzungen müssen Einzelhändler mitbringen, um CGI umzusetzen?

Am einfachsten ist es, wenn die Produktion durch einen externen Partner abgewickelt wird. So muss der Einzelhändler lediglich Fotos oder technische Zeichnungen von den Produkten bereitstellen, die visualisiert werden sollen.

Das klingt nach großem Aufwand für ein kleines Unternehmen.

Im Vergleich zum Aufwand für eine Inhouse-Produktion eigentlich nicht.  Die Anschaffungs- und Wartungskosten sind recht hoch und die Technik entwickelt sich sehr schnell weiter. Außerdem muss das Personal konstant geschult werden, sonst wirkt sich das negativ auf die Qualität der Ergebnisse aus. Da ist es sinnvoll, auf einen externen Partner zurückzugreifen. 

Für welche Einzelhändler ist dieses Vorgehen geeignet?

Es lohnt sich nur für Einzelhändler, die tatsächlich eine große Stückzahl ihrer Produkte online verkaufen. Selbstverständlich können auch Unikate oder kleine Auflagen gerendert werden, aber hier sind die Kosten für eine CGI-Visualisierung im Vergleich unverhältnismäßig hoch.

Photo
Quelle: RenderThat

Die digitalen Zwillinge können auch in AR und VR Apps verwendet werden. Für welche Einzelhändler ist das sinnvoll?

Grundsätzlich für jeden Einzelhändler. AR-Apps sind für Produkte mit einer überschaubaren Größe geeignet. Natürlich ist es auch möglich, größere Objekte darzustellen. Dafür wird aber dementsprechend viel Platz benötigt. Daher eignen sich AR-Apps am besten für Haushaltsgeräte und Mobiliar.

Welchen Mehrwert haben Kunden von einer AR-App?

Den Kunden wird mit der App ermöglicht, die Produkte digital zu testen und in ihrem Zuhause zu betrachten und zu testen, ob das gewählte Möbelstück tatsächlich in die Wohnung passt.

Weinglas; Copyright: RenderThat
Quelle: RenderThat

Bieten Händler solche Apps denn schon an?

Neben IKEA nutzen auch viele andere Händler wie Otto, Amazon oder Macy’s AR-Apps. Macy’s konnte so beispielsweise die Warenkorbgröße um 60 Prozent steigern und zeitgleich die Retouren auf unter zwei Prozent senken. 

Was müssen Händler für eine solche App investieren?

Die Kosten einer AR-App hängen stark vom jeweiligen Funktionsumfang ab. Wenn von den Produkten bereits digitale Zwillinge vorliegen, belaufen sich die Kosten für die App auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag.

Interview: Nora Petig; iXtenso - Magazin für den Einzelhandel

Weitere Beiträge zum Thema:

Beliebte Beiträge:

Thumbnail-Foto: Zutrittslösungen von heute und für morgen
28.02.2024   #Handel #Tech in Retail

Zutrittslösungen von heute und für morgen

Interview mit Salto Systems GmbH

Türen mit Schlüsseln öffnen? Nicht, wenn es nach Salto Systems GmbH geht: Das Unternehmen bietet elektronische Zutrittslösungen an und zeigt auf der EuroCIS, was durch technischen Fortschritt alles möglich ist, wenn es um ...

Thumbnail-Foto: Mit rapidmail die Kundenbindung stärken
22.02.2024   #Online-Handel #Marketing

Mit rapidmail die Kundenbindung stärken

Trotz sozialer Netzwerke und Kurznachrichten-Diensten – die E-Mail zählt noch immer zu den effektivsten Kanälen in der Kundenkommunikation und lässt sich in nahezu allen Marketingbereichen einsetzen. Die auf den Online-Vertrieb ...

Thumbnail-Foto: REMIRA präsentiert die vollständig digitale Customer Journey...
16.02.2024   #Handel #Tech in Retail

REMIRA präsentiert die vollständig digitale Customer Journey

EuroCIS 2024: Maximaler Nutzen für Händler und Kunden
ohne Vendor-Lock-In

Die moderne Handelswelt ist geprägt vom Einsatz zahlreicher Systeme verschiedenster Anbieter. Insbesondere im Retail-Handel sind noch viele Softwareunternehmen nur mit immensem Aufwand bereit, Lösungen anderer Anbieter zu integrieren. ...

Thumbnail-Foto: ESL – überraschend vielseitig?
28.02.2024   #Handel #Tech in Retail

ESL – überraschend vielseitig?

Interview mit Instore Solutions

ESL ist nicht gleich ESL: Am Stand von Instore Solutions auf der EuroCIS sehen Besucher*innen, wie vielfältig digitale Preisetikette in der Branche einsetzbar sind. ...

Thumbnail-Foto: Trends für Muttertag und Vatertag: So können Einzelhändler*innen...
10.04.2024   #Nachhaltigkeit #Marketing

Trends für Muttertag und Vatertag: So können Einzelhändler*innen punkten

Wie du die Feiertage mit kreativen Geschenkideen für Mutter und Vater zum Erfolg für dein Geschäft machst

Der Muttertag und der Vatertag stehen vor der Tür – zwei besondere Anlässe, um unseren Eltern zu danken und unsere Wertschätzung zu zeigen. Traditionell nutzen wir diese Tage ...

Thumbnail-Foto: Mehr als nur Bezahlen?
28.02.2024   #Handel #Mobile Payment

Mehr als nur Bezahlen?

Interview mit Fiserv

Bargeldzahlungen sind zwar noch nicht ganz Schnee von gestern. Aber könnten sie es irgendwann werden? Oliver Lohmüller-Gillot, Geschäftsführer der TeleCash from Fiserv, erklärt, warum der Handel auf modernere ...

Thumbnail-Foto: Für dich: Retail-Marketing-Kalender 2024
08.01.2024   #Marketing #Verkaufsförderung

Für dich: Retail-Marketing-Kalender 2024

Diese Phasen und Tage kannst du im kommenden Jahr für dich und dein Geschäft nutzen

Geburtstage, Ferien, Urlaube … All diese Tage werden von uns alljährlich in Kalendern festgehalten, um unseren persönlichen Alltag zu planen. Aber auch das Geschäftsjahr lässt sich planen. Für Händler*innen kann ...

Thumbnail-Foto: Von Rebranding und digitalen Innovationen
28.02.2024   #Handel #Digitalisierung

Von Rebranding und digitalen Innovationen

Interview mit VusionGroup

Aus SES-imagotag wird VusionGroup – Was es mit dem Rebranding des Unternehmens auf sich hat, erzählt Alexander Hahn, VP & Country Manager DACH, im Interview. Er verrät, wie digitale Lösungen Geschäftsprozesse optimieren ...

Thumbnail-Foto: Veganuary 2024: Beste Verkaufsstrategien und Beispiele...
11.01.2024   #stationärer Einzelhandel #Lebensmitteleinzelhandel

Veganuary 2024: Beste Verkaufsstrategien und Beispiele

Warum Einzelhändler*innen den Trend nutzen sollten

Der Veganuary ist in Deutschland in die vierte Runde gestartet. Über 850 deutsche Unternehmen beteiligen sich an dieser globalen Bewegung ...

Thumbnail-Foto: Customer Relationship Management – und der Nutzen für den Einzelhandel...
28.03.2024   #Kundenzufriedenheit #Kundenbeziehungsmanagement

Customer Relationship Management – und der Nutzen für den Einzelhandel

Mehr als nur ein Werkzeug für Kundenansprache

Das Konzept des Customer Relationship Management (CRM) ist zu einem zentralen Bestandteil erfolgreicher Unternehmensstrategien geworden. Während CRM ursprünglich vor allem im Online-Handel Anwendung fand, weitet sich sein Nutzen zunehmend ...

Anbieter

REMIRA Group GmbH
REMIRA Group GmbH
Phoenixplatz 2
44263 Dortmund
Online Software AG
Online Software AG
TechTower - Forum 7
69126 Heidelberg