Coronavirus • 17.03.2020

Händler erwarten sinkende Kundennachfrage – online wie offline

Erste Auswirkungen nach HDE- sowie bevh-Umfragen bereits spürbar

grafische Darstellung eine Virus
Quelle: © Bildagentur PantherMedia / rbhavana

Handelsunternehmen in Deutschland erwarten sinkende Kundenfrequenzen sowie eine rückgängige Nachfrage aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sowohl im stationären als auch im Onlinehandel. Das zeigen aktuelle Umfragen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) sowie des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh). Laut Umfragen spüren vor allem mittelständische Handelsunternehmen die Auswirkungen der Pandemie. 

Nachfragerückgang trifft vor allem den Mittelstand

In einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter rund 700 Handelsunternehmen berichteten fast zwei Drittel der Unternehmen von einer sinkenden Nachfrage der Kunden aufgrund des Coronavirus. Der Einzelhandel sei damit massiv von Nachfrageausfällen betroffen, so der HDE in einer Pressemitteilung vom 13. März. Die negativen Effekte würden nach Einschätzung der Händler deutlich zunehmen. So rechnen für die kommenden Wochen drei Viertel der befragten Unternehmen mit einer sinkenden Nachfrage der Kunden, davon knapp die Hälfte mit deutlichen Rückgängen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten spüre sogar deutlich sinkende Kundenzahlen.

Ausgenommen hiervon seien Anbieter von Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittelhändler und Drogerien, die eine erhöhte Nachfrage nach einzelnen Produkten feststellen. Aber auch diese nachfrageerhöhenden Effekte im Lebensmittelbereich würden laut HDE perspektivisch eher nachlassen.

Versorgungssicherheit für die Bevölkerung 

Mit ernstzunehmenden Lieferschwierigkeiten habe der Einzelhandel noch nicht zu kämpfen. Die befragten Handelsunternehmen sehen überwiegend nur geringe Einschränkungen bei der Beschaffung von Waren. 41 Prozent der Befragten sind nach eigener Einschätzung bisher nicht betroffen, die Hälfte spricht von geringen Einschränkungen. Lediglich neun Prozent haben mit deutlichen Beschaffungsproblemen zu tun. Diese Lage könnte sich laut HDE in den kommenden Wochen verschlechtern. Für die bevorstehenden vier Wochen erwartet in knappes Drittel der befragten Händler deutliche Einschränkungen auf der Beschaffungsseite.

Jeder zweite E-Commerce-Händler erwartet Umsatzrückgang

Auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) hat seine Mitgliedsunternehmen zur derzeitigen Lage aufgrund der Corona-Pandemie befragt. 135 Unternehmen haben sich an der Umfrage am 12. und 13. März beteiligt.

Fast 9 von 10 Unternehmen (88,3 Prozent) berichteten, dass sie direkt von den Auswirkungen der Pandemie betroffen seien. 41 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten schon jetzt Nachfragerückgänge, mehr als sechs von zehn erwarten diese im Jahresverlauf. Zudem gehe gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen von Umsatz- und Ergebnisminderung durch Lieferengpässe aus. Gut 50 Prozent der Unternehmen rechneten sogar mit einer temporären Schließung zumindest von einzelnen Produktbereichen im Jahresverlauf.

Autor: Melanie Günther; Quelle: Handelsverband Deutschland (HDE) und Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh)

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