Interview • 16.05.2019

Adieu Kassenbon aus Papier: alle Belege in einer App

Und wenn die Belegausgabepflicht kommt? Dann digitalisieren wir!

Sie erzeugen Aufwand und Abfall ohne Ende: die Massen an Papierrollen, die täglich durch die Kasse zum Kunden oder direkt in den Papierkorb wandern. Anfang 2020 muss jeder Kunde dann auch noch immer einen Beleg über seinen Einkauf erhalten. So will es das Gesetz.

Mann mit dunklem Bart schaut in die Kamera
Amir Karimi, Geschäftsführer der Bremer A&G GmbH
Quelle: admin

Im Interview erklärt Amir Karimi, Geschäftsführer der Bremer A&G GmbH, wie Einzelhändler viel nachhaltiger Bons ausgeben können und welche Mehrwerte das für sie und ihre Kunden hat. 

Herr Karimi, ein papierloser Kassenbon, wie funktioniert das? 

Amir Karimi: Der Kassenbon ist in den meisten Kassensystemen sowieso schon digital vorhanden. Aktuell wird er unsinnigerweise gedruckt. Wir belassen den Kassenbon einfach digital – und übertragen ihn direkt an das Smartphone der Kunden. Das funktioniert per NFC oder einem QR-Code, der an der Kasse eingescannt wird.

Welche Technologie ist dafür nötig?

Die Endverbraucher müssen nur kostenfrei unsere App herunterladen. Die modernen Smartphones sind alle mit NFC ausgestattet. Aber falls es damit doch einmal Probleme geben sollte, hat jeder User seinen persönlichen QR-Code, der an der Kasse gescannt wird, um so den Beleg zu übermitteln.

Bei den Handelspartnern integrieren wir eine Schnittstelle im Kassensystem oder lösen die Kommunikation zwischen den Geräten extern (ohne Zugriff auf die Kassensoftware). Diese Technologie werden wir nun patentieren lassen.

Wird sie schon eingesetzt? 

Der Beginn ist der 01.01.2020, wenn die neuen Gesetzesänderungen in Kraft treten, wie die Kassensicherungsverordnung und Belegausgabepflicht.

Welche Vorteile bietet das für Einzelhändler und welche für den Kunden?

Die Vorteile für den Einzelhändler: Der Handel spart durch die neue Technik vor allem Geld für Papier, Farbrollen und die Wartung der Kassengeräte. Der Aufwand für das Rechnungswesen wird ebenfalls deutlich geringer und kostengünstiger, schließlich lassen sich Daten direkt der Buchhaltung freigeben. All das schlägt sich positiv in der Geschäftsbilanz nieder. admin sorgt auch für eine höhere Kundenzufriedenheit durch eine schnellere Abwicklung des Bezahlvorgangs. Das reduziert die Wartezeiten an der Kasse. Geschäfte, die die Technologie nutzen, können mit ihrem modernen und grünen Engagement gezielt für sich werben. Das verschafft ihnen einen Wettbewerbsvorteil und lockt neue Kundengruppen an.

Der Endverbraucher hat eine bessere Übersicht über alle Belege und damit auch über die Ausgaben. Alle Belege sind zentral an einem Ort gespeichert und müssen nicht extra gesucht werden, beispielsweise in Garantiefällen oder für die Steuererklärung. Außerdem bekommt man Vorschläge, welches Produkt von der Steuer absetzbar ist.

Kommen bald keine Bons mehr aus der Kasse?
Kommen bald keine Bons mehr aus der Kasse?
Quelle: PantherMedia.net/billiondigital
Im Jahr 2012 wurden in Europa 200.000 Tonnen Papier für das Drucken von Kassenbons gebraucht, aktuelle Zahlen sind nicht bekannt, liegen jedoch sicherlich darüber. Grundsätzlich ist Deutschland aber eine der größten Papierverschwender-Nationen der Welt.

Gibt es auch Bedenken gegenüber der Akzeptanz bei Kunden und Einzelhändlern? 

Bedenken wird es immer geben, denn grundsätzlich ist man allem Neuen gegenüber ja erstmal skeptisch. Wir möchten den Kassenzettel aber ja nicht abschaffen, sondern eine sinnvolle Alternative anbieten. Ab 2020 wird das mit den unnötig ausgedruckten Kassenzetteln sogar noch schlimmer, denn durch die Belegausgabepflicht sind Händler dann verpflichtet, jedem Kunden für jede Transaktion einen Bon mitzugeben – ob sie wollen oder nicht. 

Ist aus rechtlicher Sicht etwas zu bedenken? Bei Reklamationen muss das wichtige Stück Papier ja vorgezeigt werden.

Bei Reklamationen zeigt man einfach den digitalen Kassenzettel vor. Er ist rechtlich gleichermaßen gültig. Das ist kein Problem. Wir haben sogar eine Erinnerung für Garantiebelege in die App mit eingebaut, die einen automatisch darauf hinweist, wenn eine Garantie bald auslaufen wird.

Welche Einsatzfelder sehen Sie außerdem dafür? 

Alle Geschäfte, die eine elektronische Kasse haben, können unser Produkt einsetzen. Außerdem kann der ganze Online-Handel die Rechnungen an unsere App senden. Somit entfällt für Endverbraucher auch das lästige Einloggen in allen möglichen Accounts, um an Rechnungen zu kommen. Alles wird zentral an einem Ort gespeichert.

Interview: Natascha Mörs; iXtenso - Magazin für den Einzelhandel

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