Gastbeitrag • 13.09.2019

POS in den Wolken: die vernetzte Kasse

Zu den Möglichkeiten eines Cloud-basierten Kassensystems

Mann mit grauen Harren in Hellblauem Pullover lächelt in die Kamera...
Konstantin Gergianakis, MS POS GmbH
Quelle: Lutz Rohrbeck

Intelligente branchenspezifische Cloudlösungen sind in aller Munde. Auch dem Einzelhandel bietet die Cloud neue Möglichkeiten im Tagesgeschäft. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen eine Kassensoftware mit Cloudanbindung installieren.

Kunden verlangen heutzutage personalisiertes Shopping, zuverlässige Warenverfügbarkeit und umfassende Informationen über verschiedene Vertriebskanäle. Die neuen Medien erfordern die Vernetzung der Vertriebskanäle zu einer Omnichannel-Vermarktung.

Kassensystem und Software müssen diese Trends abbilden können. Von diesen Retail-Lösungen wird erwartet, dass sie schnell in verschiedene Umgebungen integriert werden können, alle Geschäftsprozesse abbilden und gleichzeitig einfach zu bedienen sind.

Omnichannel-Ansatz: Absatzkanäle verschmelzen

Früher kaufte man entweder online oder lokal. Doch die verschiedenen Absatzkanäle verschmelzen miteinander. Der Kunde informiert sich online, kauft jedoch in der Filiale vor Ort ein. Ein anderer bestellt via Click&Collect online, holt die Ware aber vor Ort ab oder lässt sie sich nach Hause liefern. Um eine valide Kaufentscheidung treffen zu können, wünscht sich der Verbraucher kongruente und umfängliche Informationen auf allen Kanälen.

Für den POS bedeutet das: Die Zeiten eines bloßen Warenabverkaufs sind vorbei. POS bedeutet heute nicht mehr ‚Point of Sale‘, sondern ‚Point of Service‘. Entsprechend müssen auch in den Geschäften tiefgehende Informationen für die Beratung vorliegen, um die Bedürfnisse des Kunden erfüllen zu können – eine Kassensoftware muss das abbilden können.

Enorme Datenmengen verarbeiten – und zwar dalli!

Am Beispiel der Modebranche ist das gut zu erkennen, hier besteht eine hohe Informationsdichte für die Produkte: Schließlich gibt es zahlreiche Varianten und Kombinationen der Artikel. Eine Bluse gibt es mit kurzen oder langen Ärmeln, in unterschiedlichen Farbtönen und Größen. Außerdem will der Kunde wissen, ob es sich um reine Baumwolle oder eine Textilmischung handelt und wie diese gepflegt werden soll. Diese Informationen werden in der Regel mit Bildern oder Videos aufbereitet und müssen von der Software abbildbar sein.

Eine Software muss also immense Datenmengen verarbeiten können. Gerade große Unternehmen verwalten unzählige Kundenkarten, deren Informationen nicht nur lokal an der Kasse verfügbar sein wollen und wofür eine spezielle Architektur erforderlich ist. Gleichzeitig sollen auch Millionen Datensätze abrufbar sein, ohne dass die Performance der Kasse leidet.

Mit einem Kassensystem wie Yourcegid RETAIL Y2, das an die Cloud angebunden ist, wird das möglich. Ein lokaler Client kann dann via Browser oder Betriebssystem bedient werden. Die Kasse zieht die notwendigen Daten aus der Cloud. Im Falle eines Ausfalls kann sie offline operieren. Sobald die Verbindung wiederhergestellt ist, synchronisiert sie sich automatisch. Mit einer solchen Retail-Cloudlösung sinken die Lizenzkosten für die Datenbank und weitere Komponenten. 

Kassiererin steht hinter der Kasse und bedient ein Tablet...
Quelle: PantherMedia/odua

Länderübergreifende Funktionalität

Die großen Marken sind global fast überall vertreten. Software muss deswegen länderübergreifend funktionieren. Der Kunde von heute ist mobil und ein Kosmopolit. Das Jackett, das er heute in Paris gekauft hat, will er morgen in London zurückgeben. Über die Cloudanbindung ist eine Vernetzung der Daten gegeben: Sie werden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Die Daten eines Kunden sind deswegen verfügbar, egal, von welchem Standort darauf zugegriffen wird.

Eine Herausforderung, die daraus resultiert, sind die sogenannten Latenzzeiten der Server: Nimmt eine Anfrage nach der Verfügbarkeit eines Produkts einige Sekunden in Anspruch, spürt das der Kunde. Mit Smalltalk oder weiteren Ausführungen zum Wunschartikel muss der Verkäufer diese Zeit dann überbrücken. Um die Latenzzeiten zu minimieren, sollten Cloudlösungen mehrere Datenzentren einsetzen.

Ausfallsicherheit und schnelle Implementierung

Ein weiterer Vorteil der Cloudnutzung im Retail ist ihre Ausfallsicherheit, die Verfügbarkeit der Systeme ist garantiert. Backups und Ausfallvorkehrungen sorgen dafür, dass vor Ort auch im Falle eines Systemproblems weitergearbeitet werden kann.

Der Kassenprovider muss diese Verfügbarkeit sowie Test- und Backupsysteme vorhalten. Von Systemseite aus liegt die Herausforderung darin, dass in Zeiten vor der Cloud die Systemarchitektur auf mehrere Server und Standorte verteilt war. Durch die Zentralisierung auf eine Datenbank wird die Architektur nun angreifbar. Deswegen müssen zwei oder drei Systeme parallel vorgehalten werden, um Ausfallzeiten zu minimieren. Sicherheit bieten zudem Datenschutz, zertifizierte Rechenzentren und Sicherheitsmechanismen mit zugewiesenen Rollen und Rechten.

Ein weiterer Vorteil einer Cloudlösung: Sie lässt sich in der Regel schnell ausrollen. Je nach Lösung können 100 oder 200 Stores in einer Nacht angebunden werden, da einfach ein Client auf der Kasse installiert wird. Die Kasse muss dafür den aktuellen Anforderungen entsprechen, aber kein Hochleistungsgerät sein.

Kundenbedürfnisse besser kennen und verstehen

Up- und Crossselling funktionieren dann, wenn die Historie des Kunden und seine Präferenzen bekannt sind. So können Tipps und Aktionen auf sein Kaufverhalten zugeschnitten werden. Mit einem Kassensystem wie Cegid Y2 hat ein Kunde dank der Cloudanbindung ein einziges Konto, das von überall zugänglich ist. Durch intelligente Mechanismen kann er aktiv angeschrieben und zu Sonderaktionen eingeladen werden.

In den letzten ein bis zwei Jahren zeichnet sich ein deutlicher Trend hin zu Cloud- und weg von On Premise-Lösungen ab. Yves Rocher zum Beispiel hat 1200 Stores in diversen Ländern in der Cloud und nutzt dafür das System Cegid Y2 POS. Gerade mit den Vorteilen für das internationale Geschäft punktet eine solche Lösung. Denn ohne Cloud muss der Retailer die Infrastruktur selbst vorhalten: das Rechenzentrum, die Wartung und die Compliance der entsprechenden Gesetzgebungen, die von Land zu Land unterschiedlich sind. 

Autor: Konstantin Gergianakis, MS POS GmbH

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