Bericht • 11.02.2019

Die richtigen Bezahlmöglichkeiten für den Onlineshop

Wie Sie Kaufabbrüche mit den passenden Angeboten verhindern können

Beliebte Bezahlmöglichkeiten nicht anzubieten ist einer der Hauptgründe, warum ein Kaufabbruch entsteht. Deshalb stellt sich für Onlinehändler die Frage, welche das sind. Wir geben einen Überblick über die Vor- und Nachteile für Händler und Käufer.

Die aktuelle Lage der Bezahlmöglichkeiten im E-Commerce

Der Kauf auf Rechnung, das SEPA-Lastschriftverfahren und die Onlinebezahldienstleister wie PayPal und Amazon Payments gelten derzeit als die beliebtesten Bezahlmöglichkeiten der Deutschen. Auch die Kreditkarte kommt bei den Kunden gut an. Weniger genutzt wird der Zahlvorgang durch Ratenkauf, per Nachnahme oder durch Vorkasse.

Des Kunden Liebling

Kauf auf Rechnung ist und bleibt wohl die sicherste Form für viele Kunden, um in Onlineshops Produkte zu bestellen. Dabei liegt im Paket eine Rechnung mit den Überweisungsinformationen. Der Kunde kann erst einmal die gelieferte Ware überprüfen und dann bezahlen. Ein Vorteil gerade dann, wenn der Kunde den Shop noch nicht kennt.

Was für den Kunden einen großen Vorteil bringt, kann für den Onlinehändler trotz höherer Konversionsrate durch mehr Seriosität einen Nachteil einbringen. Denn falls Rechnungen erst verspätet bezahlt werden oder gar nicht, folgen Kosten durch Mahnbescheide und Inkassoverfahren. Damit kann der Umsatz, der durch die höhere Konversionsrate erzielt wird, verringert werden.

Rechnung und Taschenrechner auf einem Tisch
Die Rechnung bietet Kunden eine hohe Sicherheit.
Quelle: Unsplash/rawpixel

Des Händlers Liebling

Im Gegensatz zur Rechnung steht die Vorkasse, dabei kann der Kunde die Ware schon vor Lieferung zahlen. Gut für den Händler: Er muss die Ware erst rausschicken, wenn der geforderte Betrag überwiesen wurde. Dadurch fallen Mahnbescheide und Inkassoverfahren weg. Zusätzlich spart er Kosten, da außer der Kontoführungsgebühren und Personalkosten für die Zuordnung der Überweisungen meist keine weiteren Beträge entstehen.

Risiko für den Kunden: Die Ware könnte nicht geliefert werden. Das schreckt eventuell ab.

PayPal, Amazon Payments & co

PayPal ist wohl das erste Unternehmen, an das man bei Onlinebezahlsystemen denkt, und die meisten Onlineshop-Bausätze bieten PayPal schon standardmäßig an. Eine einfache Möglichkeit, in Onlineshops sicher zu zahlen. Der Grund: Der Kunde muss nicht mehr seine Adresse, IBAN und andere Informationen angeben, da sie meist alle schon mit dem jeweiligen Account verknüpft sind. Das ermöglicht eine schnelle Transaktion. Das einfache Zahlen über einen Account haben sich auch andere Dienstleister wie Amazon Payment abgeschaut. Zudem bieten die Anbieter einen Käuferschutz an. Das heißt, wenn die Ware nicht erscheint oder mangelhaft ist, wird das Geld auf das Konto zurückgebucht.

Den gleichen Schutz bietet PayPal auch dem Händler an, denn das Geld wird direkt nach der Transaktion auf sein Konto überwiesen. Die Anbieter übernehmen dabei auch das Risiko, wenn der Kunde nicht zahlen kann. Hört sich für beide Seiten super an, aber PayPal und co bieten diesen Service nicht umsonst an. Bei Transaktionen über PayPal verlangt das Unternehmen vom Händler eine fixe Gebühr plus eine Beteiligung von bis zu 2,49 Prozent vom Warenwert. Bei anderen Anbietern sieht es ähnlich aus. Dennoch sollten Onlineshops die Bezahlmöglichkeit anbieten, da diese von den Kunden für die Einfachheit geschätzt wird. PayPal bietet zusätzlich die Möglichkeit, verschiedene Bezahlverfahren wie Lastschrift, Kreditkarte und Rechnungskauf anzubieten.

Smartphone mit Amazonlogo auf dem Bildschirm
Amazon Payments schafft als Bezahlmöglichkeit eine Vertrauensbasis für Kunden, um in anderen Onlineshops zu bestellen.
Quelle: Unsplash/Christian Wiediger

Lastschriftverfahren

Das SEPA-Lastschriftverfahren gehört neben Rechnung und PayPal zu den meist genutzten Bezahlmöglichkeiten. Sie gibt dem Händler die Ermächtigung, den zu begleichenden Betrag vom Konto des Kunden einzuziehen. Probleme können auftreten, wenn das Konto nicht gedeckt ist oder eine falsche Kontonummer angegeben wurde. Des Weiteren lässt sich dieses Verfahren nicht so einfach in einen Onlineshop integrieren, da eine Gläubiger-Identifikationsnummer vorausgesetzt wird. Die kann ein Händler bei seiner Hausbank nach Prüfung beantragen. Auch hier können Gebühren für Transaktionen für den Händler anfallen.

Kreditkarten

Kreditkarten sind für Kunden eine beliebte und einfache Lösung, um online zu bezahlen, da man bei den meisten Onlineshops nur die Kreditkartennummer und den Sicherheitscode hinterlegen muss. Die Ware wird verschickt, sobald die Kreditkarte angenommen wurde. Neben den monatlichen Kosten für eine Integration in den Onlineshop kommen noch Gebühren für jede einzelne Transaktion hinzu.

Kreditkarte in einer Hand auf schwarzem Hintergrund...
Kreditkarten sind eine der schnellsten Möglichkeiten, um offline und online zu bezahlen.
Quelle: Unsplash/Ales Nesetril

Ratenkauf

Wenn ein Händler im Onlineshop Möbel, Elektronik und andere teure Produkte anbietet, die ein Kunde nicht auf einmal zahlen kann, bietet sich der Ratenkauf als Option an. Hier gibt es Anbieter für Ratenkauf, zum Beispiel Banken oder Zahlungsdienstleister wie Klarna. Der Kunde füllt ein Onlineformular aus, das die Anbieter in Echtzeit prüfen und je nachdem einen Kredit genehmigen. Dabei ist das Risiko für den Einzelhändler gering, da das volle Risiko bei Nichtzahlung bei den Ratenanbietern liegt. Der Betrag für das Produkt wird in voller Summe an den Onlineshop überwiesen, wenn der Ratenkaufvertrag abgeschlossen ist. Beim Anbieter Klarna kommen zusätzlich weniger Transaktionskosten auf den Händler zu, da er anstatt 1,69 Euro plus 3,25 Prozent nur drei Prozent des Warenwertes pro Transaktion zahlen muss.

Nachnahme

Bei der Nachnahme verschickt der Onlinehändler die Ware sofort nach der Bestellung. Bezahlt wird die Ware aber erst an der Tür des Kunden. Dabei kommen für den Kunden Extrakosten hinzu – je nach Anbieter drei bis sechs Euro für die Zusatzleistung des Zustelldienstes. Für den Händler ist das Risiko relativ gering, da er die Nachnahmegebühren nur zahlen muss, wenn der Kunde das Paket nicht annimmt. Der Kunde kann sich in dem Moment sicher sein, dass die Ware bei ihm zu Hause ankommt. Durch die höheren Versandkosten lohnt es sich für Kunden dennoch weniger, da eine Rechnung den gleichen Zweck erfüllt.

Mann nimmt Lieferung an und bezahlt per Nachnahme
Der Kunde muss an der Haustür die Lieferung immer in bar bezahlen. Mit EC-Karte kann er nur in der Paketstation zahlen.
Quelle: panthermedia.net / IgorVetushko

Fazit

Neben hohen Lieferkosten gehören fehlende Zahlungsoptionen zu den Hauptargumenten für einen Kaufabbruch. Deswegen sollten Händler möglichst unterschiedliche Bezahlmöglichkeiten anbieten, damit der Kunde seine favorisierte Option auswählen kann. Aber nicht jeder Onlineshop braucht wirklich alle Optionen. Beispielsweise macht der Ratenkauf nur dann Sinn, wenn Ware verkauft wird, die mindestens mehrere hunderte Euro kosten.

Die Integration von vielen Bezahlmöglichkeiten sorgt für viel Arbeit, deswegen gibt es sogenannte Payment-Service-Provider wie beispielsweise BS PAYONE, Wirecard und PayPal PLUS. Sie kümmern sich um die Integration verschiedener Bezahlmöglichkeiten. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Software-as-a-Service-Lizenzierungen, bei denen der Onlinehändler durch wenige Klicks Zahlungsoptionen hinzufügen und entfernen kann. Der große Vorteil: Im Problemfall gibt es einen konkreten Ansprechpartner, der sich um alles kümmert.

Autor: Maxim Abramov; iXtenso – Magazin für den Einzelhandel

Weitere Beiträge zum Thema:

Beliebte Beiträge:

Thumbnail-Foto: In voller Länge: iXtenso DigitalTalk zu interaktiven...
21.09.2020   #Digitalisierung #Terminals

In voller Länge: iXtenso DigitalTalk zu interaktiven Self-Service-Lösungen

Schauen Sie sich das Expertengespräch über Instrumente zur Kundenbindung noch einmal an!

Im iXtenso DigitalTalk diskutierten wir unter dem Titel "Interaktive Self-Service-Lösungen: Implementierung einer modernen Kundenbindungsstrategie" mit Experten wie Christian Rüttger von Elo live darüber, wie eine moderne ...

Thumbnail-Foto: Warentest im Wohnzimmer
16.06.2020   #Online-Handel #Smartphone

Warentest im Wohnzimmer

Der Nutzen von AR im Online-Shop

Die Kommode passt nicht neben das Bett! Die Farbe entspricht nicht dem Produktfoto! Die Handtasche ist viel zu klein! Es gibt zahllose Gründe, online erworbene Artikel zurückgehen zu lassen. Aber was wäre, wenn man diese Fehler schon ...

Thumbnail-Foto: Online-Seminar: Filialkommunikation in Krisenzeiten...
29.06.2020   #Personalmanagement #Personaleinsatzplanung

Online-Seminar: Filialkommunikation in Krisenzeiten

Deichmann-App sorgt für Mitarbeiter-Zusammenhalt

Welche Medien hemmen oder fördern die Kommunikation? Best Practices-Tipps von ReflexisEinen spannenden Einblick in die Filialkommunikation beim Schuhfilialisten Deichmann lieferte Johanna Pistor, Pressereferentin und verantwortlich für die ...

Thumbnail-Foto: Kölner Zoo: Corona-Verordnung richtig umgesetzt...
15.09.2020   #Sicherheit #Coronavirus

Kölner Zoo: Corona-Verordnung richtig umgesetzt

Einlasskontrollsystem ViCo von dimedis mit Ampel

Das Softwareunternehmen dimedis hat für den Kölner Zoo im Zuge der Corona-Verordnungen ein neues digitales Einlasskontrollsystem umgesetzt. Das in Köln entwickelte ViCo – Visitor Control sichert im Zoo den Einlass und zählt ...

Thumbnail-Foto: Digitalisierung im deutschen Großhandel
29.05.2020   #Digitalisierung #Self-Checkout-Systeme

Digitalisierung im deutschen Großhandel

Die METRO Companion App

Im Einzelhandel wird seit Jahren digitalisiert, was das Zeug hält. Self-Checkout, Omnichannel-Marketing und Electronic Shelf Labels sind nur einige prominente Beispiele eines sich entwickelnden Marktes. In letzter Zeit werden auch Kunden-Apps ...

Thumbnail-Foto: Die 500 stärksten Onlineshops Europas
28.07.2020   #Online-Handel #E-Commerce

Die 500 stärksten Onlineshops Europas

Zweite Ausgabe des „TOP 500 Cross-Border Retail Europe“,

Cross-Border Commerce Europe (CBCommerce), die Plattform zur Förderung des grenzüberschreitenden Onlinehandels in Europa, veröffentlicht eine umfangreiche Studie, die die 500 stärksten europäischen Akteure im ...

Thumbnail-Foto: Mitarbeiter informieren? Smartphone an, App auf!...
09.06.2020   #Personalmanagement #Digitalisierung

Mitarbeiter informieren? Smartphone an, App auf!

dm-drogerie markt setzt auf moderne Filialkommunikation

Für die richtige Kundenberatung, zur Warennachbestellung und zum internen Netzwerken: dm setzt in seinen 2.000 Märkten in Deutschland auf digitale Mitarbeiterorganisation und -kommunikation per Smartphone. Christian Harms, ...

Thumbnail-Foto: Spar-Filiale begeistert sich für neue Technologie...
23.09.2020   #Digitalisierung #App

Spar-Filiale begeistert sich für neue Technologie

Supermarkt vom Partner Delfi Technologies um die Cloud-Lösung und die App zur Verwaltung der elektronischen Regaletiketten erweitert

In diesem Jahr feierte der Genossenschaftsverband Tikøb sein 100. Gründungsjubiläum. Der SPAR-Supermarkt in Tikøb ist eine der Filialen der Lebensmittelmarktkette, die das Feld bei der Einführung neuer Technologien ...

Thumbnail-Foto: Hobbii wächst weiter ...
23.06.2020   #POS-Systeme #stationärer Einzelhandel

Hobbii wächst weiter ...

... mit neuen Filialen und digitalen Initiativen

Der Onlineshop Hobbii.dk öffnet mit der neuen Filiale im Tarup Shopping Center in Odense, Dänemark, seine dritte Geschäftsfläche. Die enge Zusammenarbeit mit Delfi Technologies, in der verschiedene digitale Initiativen ...

Thumbnail-Foto: EU-Kommission für einheitliches, elektronisches Bezahlen in Europa...
24.09.2020   #Mobile Payment #Zahlungssysteme

EU-Kommission für einheitliches, elektronisches Bezahlen in Europa

Am Mittwoch wurde eine neue, europaweite Strategie beschlossen

Bereits Ende 2021 sollen Überweisungen in Echtzeit EU-weit die Norm sein. Dies ist das Ziel einer neuen Strategie zum Bezahlen im Einzelhandel, die die EU-Kommissare gestern gemeinsam beschlossen haben. Auch der HDE begrüßt die ...

Anbieter

CCV GmbH
CCV GmbH
Gewerbering 1
84072 Au i.d.Hallertau
Delfi Technologies GmbH
Delfi Technologies GmbH
Landgraben 75
24232 Schönkirchen
Reflexis Systems GmbH
Reflexis Systems GmbH
Kokkolastr. 5-7
40882 Ratingen
POS TUNING Udo Voßhenrich GmbH & Co KG
POS TUNING Udo Voßhenrich GmbH & Co KG
Am Zubringer 8
32107 Bad Salzuflen
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel
Am Weidendamm 1a
10117 Berlin
Adasys GmbH – a Poindus Company
Adasys GmbH – a Poindus Company
Max-Planck-Straße 10
70806 Kornwestheim
SHI GmbH
SHI GmbH
Konrad-Adenauer-Allee 15
86150 Augsburg
Apostore GmbH
Apostore GmbH
Uferstraße 10
45881 Gelsenkirchen
SALTO Systems GmbH
SALTO Systems GmbH
Schwelmer Str. 245
42389 Wuppertal
WEBSALE AG
Gutenstetter Str. 2
90449 Nürnberg