Bericht • 05.05.2021

Mehr als nur technische Spielerei: Augmented Reality im Einzelhandel

Wie Sie Ihre Verkaufsfläche zum Kunden nach Hause bringen

Wenn die Türen aufgrund der Pandemie-Bestimmungen geschlossen bleiben müssen und Kunden auf Online-Angebote ausweichen, sollte das digitale Shoppingerlebnis vom smarten Endgerät aus so ereignisreich wie möglich gestaltet werden. Hier bietet sich der Einsatz künstlicher Intelligenz an. Mittels Augmented Reality (AR) kann das echte Einkaufserlebnis immer realitäts- und detailgenauer nachgebildet werden. Doch kann es dieses auch ersetzen? 


Die Verlagerung des Shoppings in die Onlinewelt stellt für Händler auch eine Chance dar: zum Beispiel, um ihr Angebot um digitale Test- und Anprobemöglichkeiten zu erweitern.

digitale Person steht vor Spiegel der aussieht wie ein Smartphone...
Quelle: PantherMedia/vectorstudi

Kleider anprobieren, ohne sie wirklich anzuprobieren

Digitale Größenfinder und -berater sowie Kleideranproben mittels Avataren sind in der Modebranche auf dem Vormarsch. Auch für Schuhe bieten sich virtuelle Anproben an. Die inkludierte Beratungsfunktion hilft Kunden bei ihrer Kaufentscheidung und stellt eine spielerische Alternative zum klassischen Online-Shopping dar. Zusätzlich bietet diese Art der Technologie einen weiteren Vorteil: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden dank der neuen Serviceleistung ein ihnen passendes Produkt erwerben, steigt. Dadurch geht die Zahl der Retouren deutlich zurück. Dies zahlt sich nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch inm Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz aus.  

Frau mit Mundschutz testet virtuellen Make-Up-Look
Quelle: Screenshot aus YouTube-Video von Perfect Corp

Virtuelle Make-Up-Looks 

Auch im Bereich der dekorativen Kosmetik kann AR dabei unterstützen, die Customer Journey weiter zu optimieren. Besonders zu Pandemiezeiten ist das das Ausprobieren von Kosmetikprodukten im Handel dem Kunden kaum bis gar nicht schwer zu ermöglichen. Das virtuelle Testen eines Make-Up-Looks kann hier Abhilfe verschaffen. Hierfür wird das Gesicht zunächst mit der Kamera des Endgeräts eingescannt. Dann kann die digitale Nachbildung der Person nach Belieben geschminkt und gestylt werden. Virtuelle Kosmetikanproben sind dabei auch auf sozialen Online-Netzwerken wie zum Beispiel Pinterest und Snapchat möglich. Vorteil ersterer Plattform sind die deutlich kauforientierten Nutzer. Die Vermarktung des Produktes über jene entsprechende Plattformen kann demzufolge also dabei helfen, die eigene Reichweite zu erhöhen. 

Besuch beim Optiker – mal anders

Die virtuelle Anprobe von Brillen ist nicht ganz neu, jedoch wird auch diese stets weiter optimiert. Während Nutzer sich vor einigen Jahren das Brillenmodell nur auf ein zweidimensionales Foto ihres Gesichtes projizieren konnten, so können sie nun ein Video von ihrem gesamten Kopf aufnehmen und die Passform der Brille auch aus anderen Winkeln betrachten – das Ganze sogar in Echtzeit. Die stetige Perfektionierung des Funktionsangebots steht demnach im Mittelpunkt des Einsatzes von AR in den oben genannten Branchen.

Frau mit virtuellen Punkten im Gesicht
Bevor die digitale Brille aufgesetzt werden kann, muss das Gesicht für einige Sekunden gerendert werden
Quelle: Eigene Darstellung

Welches Sofa darf es sein?

Doch findet der Einsatz von AR auch immer mehr Anklang in der Möbel- und Autoindustrie. Mithilfe der Smartphone-Kamera können Gegenstände in das eigene Umfeld projiziert werden. Bereits zeigen die Ergebnisse einer Befragung aus dem Jahr 2018, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer es vor einem Kauf begrüßen würde, zu sehen, wie das Produkt – beispielsweise ein neues Sofa in ihrem Wohnzimmer in ihrer Umgebung  – aussieht.   


Da die Corona-Pandemie die reale Testung von Produkten stark einschränkt, steigt einer weiteren Studie zufolge auch die Nachfrage nach virtuellen Alternativen. Der Einsatz von AR ist demnach deutlich mehr als technische Spielerei. Mithilfe des Smartphones können Verkaufsflächen ganz einfach in die eigenen vier Wände der Käufer übertragen werden. 


Zusätzlich bieten die bisherigen Ansätze (Online-)Händlern die Möglichkeit, über eine Analyse des Nutzerverhaltens, der Bestellungen und retournierten Waren Rückschlüsse zu ihrem Angebot zu ziehen und das Kundenerlebnis oder das Sortiment gegebenenfalls weiter zu verbessern. Die stetige Optimierung des virtuellen Kauferlebnisses stellt sich für Händler also nicht nur als absatzmarktfördernd heraus. Auch hilft der Einsatz von AR, Kunden ein neuartiges Kauferlebnis zu bieten und sie langfristig an ihre Marke zu binden. Auch hilft der Einsatz von AR, Kunden ein neuartiges Kauferlebnis zu bieten und sie langfristig an ihre Marke zu binden.  

Autor: Elisa Wendorf

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